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Larry Summers kehrt an die Uni Harvard zurück. Mit ihm verliert Obama einen weiteren Topberater.

Washington

Obamas Wirtschaftszar nimmt den Hut

Obamas ökonomischer Chefberater Lawrence Summers geht. Unklar ist, ob er freiwillig geht oder der Präsident ihn abschiebt. Als Nachfolger werden Namen prominenter Manager gehandelt.

Von Walter Pfäffle

Verlässt er freiwillig seinen Posten als ökonomischer Chefberater oder schiebt ihn Präsident Obama ab? Am Dienstagabend gab des Weiße Haus bekannt, dass Lawrence (Larry) Summers, 55, zum Jahresende als Professor an die Harvard University zurückkehren werde.

Summers, der Barack Obamas Wirtschaftskurs maßgeblich mitgestaltet hat, war von 1999 bis 2001 Finanzminister unter Präsident Bill Clinton und danach Präsident der Harvard University. Angeblich schielte er nach Obamas Wahlsieg auf den Posten des Finanzministers. Diesen besetzte Obama aber mit Timothy Geithner, der die Federal Reserve Bank of New York geleitet hatte.

Kritiker werfen Obama vor, er umgebe sich mit Leuten ohne praktische wirtschaftliche Erfahrung. Einige halten ihn für unternehmerfeindlich, andere beschimpfen ihn als Sozialisten. Diesen Ruf wolle Obama kurz vor den Zwischenwahlen abschütteln, indem er Summers Posten mit einem Konzernlenker besetzt, spekulierten US-Medien. Das Wall Street Journal tippt auf die frühere Chefin der Xerox Corporation, Anne Mulcahy. Sie ist bereits Mitglied von Obamas Beraterstab und im Weißen Haus hoch angesehen. Im Gespräch ist Presseberichten zufolge auch Laura Tyson, die an der University of California in Berkeley Volkswirtschaft liest und das Amt des Wirtschaftssachverständigenrates unter Bill Clinton innehatte. Nach Informationen der Agentur Reuters ist auch Vizepräsident Joe Bidens Chefökonom Jared Bernstein als Summer-Nachfolger im Gespräch. Gehandelt werden ferner Richard Parsons, Vorsitzender der Citigroup, und Jeffrey Immelt, TopManager von General Electric.

Die Demokraten fürchten, dass die Republikaner bei den Wahlen am 2. November im Repräsentantenhaus die Mehrheit erhalten werden. Der Grund ist die flaue Konjunktur und die anhaltend hohe Arbeitslosenquote. Bei den Wahlen werden alle Mitglieder der Kammer und ein Drittel des Senats gewählt. Summers ist nicht der erste, der sein Amt in der Obama-Regierung aufgibt. Vor ihm schied die Leiterin von Obamas Wirtschaftsrat Christine Romer aus und davor hatte der oberste Haushalts-Aufseher Peter Orszag seinen Job quittiert.

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