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Lastschriften, Gutschriften, Überweisungen, Nutzung des Tan-Verfahrens – alles kostet Geld. 
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Lastschriften, Gutschriften, Überweisungen, Nutzung des Tan-Verfahrens – alles kostet Geld. 

Banken

Kontogebühren: Was Sie bei der Wahl Ihrer Bank beachten müssen

  • vonMechthild Hennecke
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Kontoführungsgebühren können sich zu einer größeren Summe anhäufen. Je nach Kontomodell werden mehr oder weniger Einzelposten berechnet.

  • Kontogebühren sind ein verbreitetes Mittel der Banken, um Geld einzunehmen.
  • Informationen über die Gebühren der Konten sind häufig schwer zu finden.
  • Kund:innen sollten sich vor Kontoeröffnung überlegen, was sie brauchen.

Auf einem Bankkonto sollte sich Geld sammeln, doch die Kontogebühren mancher Banken sorgen dafür, dass monatlich ein nicht unbeträchtlicher Betrag abfließt: Lastschriften, Gutschriften, Überweisungen, Nutzung des Tan-Verfahrens – alles kostet Geld. Auch die Girocard und die Kreditkarte werden von den Banken berechnet. Sich über die Gebühren der Geldhäuser zu informieren, ist dabei gar nicht so leicht. Wir erklären, wie Kontogebühren nicht aus dem Ruder laufen.

Kontogebühren ein Versuch der Banken, Geld einzunehmen

Konto-Typ festlegen: Die Kontogebühren hängen vom Typ des Bankkontos ab, das bei der Bank eröffnet wird. Beim Girokonto unterscheiden Banken zwischen Privat- und Geschäftskonten. Privatkonten sind vor allem für Beschäftigte mit regelmäßigem Gehalt, Geschäftskonten für Unternehmen. Die Gebühren für Privatkonten sind weitaus günstiger als die für Geschäftskonten. Ein Bankinsider räumt ein, dass die Banken in Zeiten von Niedrigzinsen über die Kontogebühren versuchten, Geld einzunehmen. Freiberuflerinnen und Freiberufler werden zum Beispiel von Banken gerne aufgefordert, ein Geschäftskonto zu eröffnen. Dies ist nicht gesetzlich vorgeschrieben. Viele Banken lassen sich auf Kompromisse ein, wenn Kunden mit den Gebühren unzufrieden sind. Hier lohnt es sich, um ein Gespräch zu bitten.

Kontogebühren ermitteln: Banken sind laut dem Zahlungskontengesetz seit 2018 verpflichtet, eine Entgeltinformation zu veröffentlichen. Laut dem Sprecher der Deutschen Kreditwirtschaft werden in den „Vorvertraglichen Entgeltinformationen“ alle Entgelte für Girokonten aufgelistet. Damit die Kostenpunkte zwischen den Banken vergleichbar sind, sieht das Gesetz für die einzelnen Positionen genau definierte Begriffe vor. Darüber hinaus gebe es Preis-/Leistungsverzeichnisse und Preisaushänge, heißt es weiter.

Geld abheben

Geldautomaten werden zunehmend abgebaut. Die Sparkassen haben mit deutschlandweit etwa 23 000 noch die meisten Anlaufpunkte, hat Stiftung Warentest ermittelt. An zweiter Stelle liegen mit rund 18 000 Automaten die der Volks- und Raiffeisengruppe.

Viele Supermärkte bieten das Abheben von Bargeld an. Sie freuen sich, wenn sie Geldscheine an die Kunden weiterreichen können, sagt ein Banker, der anonym bleiben möchte, denn Bargeld verursacht für sie Sicherheitsprobleme und Kosten. FR

Kontogebühren bei Banken: Informationen sind häufig schwer zu finden

Wer sich über die eigenen Kontogebühren informieren will, tut sich mitunter dennoch schwer. Ohne das Suchwort „Entgeltinformation“ lässt sich die Auskunft auf den Webseiten der Banken häufig nicht finden. Eine Suche unter dem Wort „Kontogebühren“ bleibt oft ergebnislos. In der Auflistung fehlen zudem häufig die Kosten für elektronische Überweisungen mit TAN-Verfahren. Diese sind aber beim Online-Banking gängig – und meistens nicht kostenfrei.

Stephanie Pallasch, Projektleiterin Finanzdienstleistungen bei der Stiftung Warentest, nennt als Faustregel: „Bei Konten mit höheren Gebühren sind häufig mehr Leistungen inklusive. Bei günstigeren Konten kostet häufig jede Leistung einzeln.“ Es lohne sich deshalb durchzurechnen, wie viele Bewegungen auf dem eigenen Konto monatlich stattfinden. Um sich die Kontrolle zu erleichtern, empfiehlt die Stiftung Warentest, bei der Hausbank eine Entgeltaufstellung fürs vergangene Jahr zu erbitten.

Kontogebühren: Kund:innen sollten sich überlegen, was sie brauchen

Bedarf analysieren: Finanzexpertinnen und -experten empfehlen, vor der Eröffnung eines Girokontos darüber nachzudenken, was das Konto leisten soll. „Reiche ich meine Überweisungen auf Papier bei der Bank ein, fahre ich häufig ins Ausland oder ist mir vor allen Dingen wichtig, dass es viele Geldautomaten gibt? Die Bedürfnisse sind breit gefächert“, sagt Volker Schmidtke, Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale Berlin. Stiftung Warentest untersucht einmal im Jahr die Bedingungen, zu denen Girokonten geführt werden. Schmidtke empfiehlt, sich dort zu informieren (Test.de).

Bei der letzten Recherche verglich die Stiftung Warentest 125 Banken und verwandte dabei einen Modellkunden. Dieser zahlt – so der Entwurf – dreimal pro Woche mit einer kostenlosen Girocard, begleicht seine Miete per Dauerauftrag, lässt Strom, Versicherungen und Handyrechnung abbuchen und ruft Kontoauszüge im elektronischen Postfach ab. Das Ergebnis des Vergleichs: Kontogebühren zwischen null und 250 Euro.

Bei den Banken ohne Gebühren handelte es sich teilweise um Online-Banken ohne Filialen. Die Direktbank ING bot lange ohne Bedingungen das kostenlose Girokonto an, hat inzwischen aber einen Mindestbetrag von 700 Euro als monatlichen Zahlungseingang verpflichtend gemacht. Sonst müssen Kunden 4,90 Euro im Monat bezahlen. Stiftung Warentest und die Verbraucherzentrale halten Kontogebühren für ein Privatkonto, das online geführt wird, von 60 Euro im Jahr für akzeptabel, „wenn die Girocard inklusive ist“, wie es heißt.

Bargeldabhebung im Ausland und Überweisungsbelege auf Papier sind häufig kostenpflichtig

Konten für Reiselustige: Wer viel reist, möchte meist im Ausland günstig Geld abheben können. „Deutsche zahlen gern in bar“, sagt Schmidtke. Nur wenige Banken bieten ihrer Kundschaft an, kostenlos im Ausland Geld abzuheben – erst recht nicht in Fremdwährung. Einige Banken wie die Norisbank, Comdirect Bank oder die Santander Bank haben diesen Service laut Test.de im Programm – inklusive einer kostenlosen Kreditkarte. Um nicht unnötig Gebühren zu zahlen, sollten sich die Kund:innen bei der Hausbank erkundigen, ob es eine Partnerbank im Ausland gibt, bei der die Gebühren niedrig sind. So lässt sich wenigstens ein bisschen sparen.

Überweisung mit Beleg: Wer Online-Banking als zu risikobehaftet ablehnt, stellt der Bank Überweisungsträger auf Papier zu. Die Verarbeitung der Belege lassen sich viele Banken teuer bezahlen. „Das kann bis zu fünf Euro pro Beleg kosten“, sagt Schmidtke. Man sollte sich deshalb erkundigen, wie hoch die Gebühren für diesen Service sind, bevor man ein Girokonto abschließt. Die Banken gehen heutzutage davon aus, dass die Kundschaft Online-Banking macht. Laut einer Statistik der Deutschen Bundesbank konnten 2019 rund 70 Prozent aller Giro-Konten via Online-Banking verwaltet werden.

Kontowechsel sind immer möglich

Kontowechsel: „Ein Konto kann man jederzeit kündigen“, sagt Pallasch. Die Banken bieten einen Kontowechselservice an, der es den Kund:innen leicht macht. Schmidtke empfiehlt jedoch dringend, vor der Kündigung ein neues Girokonto zu eröffnen. Die neue Bank übernimmt den Umzug von Lastschriften und Daueraufträgen. „Ist alles ordentlich abgewickelt, kann das alte Konto geschlossen werden“, so Schmidtke. (Von Mechthild Hennecke)

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