Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann.
+
Bundesbank-Präsident Jens Weidmann.

European Banking Congress

Notenbanken und Klimawandel

  • vonRolf Obertreis
    schließen

Die Erderwärmung ist auch in der Finanzbranche großes Thema.

Es hat gedauert, aber mittlerweile ist der Klimawandel auch ein wichtiges Thema bei internationalen Banken-Treffen - am Freitag auch erstmals beim traditionellen europäischen Banken-Kongress in Frankfurt. Notenbanker und Banker waren sich einig, dass die Risiken des Klimawandels erheblich sind und entsprechend berücksichtigt werden müssen.

„Ich glaube fest, dass Zentralbanken mit Blick auf den Klimawandel mehr tun können und sollten als sie bisher getan haben“, sagte Bundesbankpräsident Jens Weidmann. Er lehnte allerdings erneut eine aktive Rolle der Notenbanken im Kampf gegen den Klimawandel ab. Deutsche Bank-Chef Christian Sewing betonte, dass die Geldinstitute Teil der Lösungen seien, zumal der Bedarf zur Finanzierung von Maßnahmen gegen den Klimawandel riesig sei.

Weidmann zufolge könnte ein aktives Eintreten der Notenbanken gegen Klimawandel, mit dem Hauptziel der Geldpolitik kollidieren, die Preisstabilität zu sichern. Außerdem sei es nicht Aufgabe einer Notenbank, bestimmte Industrien zu fördern und andere zu bestrafen. Gefordert sei vor allem die Politik und hier in erster Linie die Fiskalpolitik. Notwendig seien angemessene Preise für Treibhausgas-Emissionen.

Allerdings sieht der Bundesbank-Präsident die Notenbank gleichwohl in der Verantwortung. Klimarisiken und der Kampf gegen den Klimawandel könnten zu einer Herausforderung für die Preisstabilität werden. Deshalb müsse beides in die Analysen der Geldpolitik einfließen. Zudem müssten Notenbanken zur Wahrung der Finanzstabilität sicherstellen, dass Banken Klimarisiken bei der Bewertung von Kreditrisiken berücksichtigen, um damit möglichen Schieflagen vorzubeugen. „Da stehen wir auch in der Verantwortung gegenüber den Steuerzahlern“, betonte Weidmann.

Der Bundesbank-Präsident könnte sich auch vorstellen, dass Notenbanken als Sicherheiten für geldpolitische Maßnahmen nur noch Wertpapiere von Emittenten akzeptieren, die über ihre Klimarisiken berichten. Zudem könnten nur Papiere mit der Bewertung einer Rating-Agentur angenommen werden, die auch Klimarisiken in die Beurteilung einbezieht. In ihren eigenen Portfolios in der Anlagepolitik könnten Zentralbanken stärker auf „grüne“ Anleihen achten.

„Aber man sollte den Effekt nicht überbewerten, wenn wir Carbon-intensive Firmen ausschließen.“ Bei den Käufen im Rahmen ihrer Anleiheprogramme sollten sich Notenbanken allerdings zurückhalten. Generell dürften Zentralbanken nicht mit Aufgaben überfrachtet werden.

Die Berücksichtigung von Klimarisiken ist derzeit ein wichtiges Thema der Strategie-Überprüfung der Europäischen Zentralbank (EZB). EZB-Präsidentin Christine Lagarde fordert schon seit längerem ein stärkeres Engagement der EZB im Kampf gegen den Klimawandel, deutlich stärker als Weidmann. Am Freitag streifte Lagarde das Thema allerdings nur indirekt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare