Pandemie-Folgen

Norwegens Staatsfonds verliert 18 Milliarden Euro

Der Fonds, in dem Norwegen einen Teil seiner Öleinnahmen für künftige Generationen anlegt, verliert im ersten Halbjahr 18 Milliarden Euro.

Norwegens riesiger Staatsfonds hat im ersten Halbjahr coronabedingt 188 Milliarden Kronen (18 Milliarden Euro) verloren. Der Fonds, der einen Teil der Einnahmen des Landes für künftige Generationen anlegt, leidet unter dem Kursverfall vieler Aktien. Fast 70 Prozent des Geldes sind in Unternehmensbeteiligungen angelegt, die Kurse seien in den ersten sechs Monaten um 6,8 Prozent gefallen, teilte die norwegische Zentralbank am Dienstag mit.

Ende Juni war der Fonds damit noch 10,4 Billionen Kronen (989 Milliarden Euro) schwer. Das war eine leichte Verbesserung gegenüber dem Stand Ende März, kurz nach den heftigen Kursfällen wegen der coronabedingten Einschränkungen: Damals stand der Fonds bei 9998 Milliarden Kronen.

Vor allem die Anleihen im Fonds sorgten für Ausgleich, sie legten im ersten Halbjahr um 5,1 Prozent zu. „Der starke Kursverfall im ersten Quartal wurde begrenzt durch die massive Antwort der Geld- und Finanzpolitik“ auf die Corona-Krise, erklärte Vize-Geschäftsführer Trond Grande.

Norwegen legt seit den 90er Jahren einen Teil der Öl-Einnahmen für künftige Generationen an. 2017 hatte der Fonds erstmals die symbolträchtige Marke von einer Billion Dollar erreicht.

Derzeit streitet der Fonds über eine neue Führung. Eigentlich soll am 1. September der Milliardär und Hedgefonds-Gründer Nicolai Tangen den aus Altersgründen ausscheidenden Yngve Slyngstad ersetzen. Kritiker monieren mögliche Interessenskonflikte Tangens und auch die Tatsache, dass er Steueroasen nutzt. Die Zentralbank wird wegen Unregelmäßigkeiten bei der Kandidatensuche gerügt. Zahlreiche Politiker haben sich daher gegen Tangen ausgesprochen – ob er den Posten tatsächlich antreten wird, ist unklar. (afp)

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