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Begehbares Modell einer Lunge: In der Medizintechnik ist Deutschland weltweit führend.
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Innovationskraft EU

Das Nord-Süd-Gefälle

  • VonStefan Sauer
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Die EU weist seit Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise ein immer deutlicheres Nord-Süd-Gefälle auf, auch bei der Innovationskraft. Deutschland steht hier auf dem zweiten Platz nach Schweden.

Ob Wirtschaftswachstum, Arbeitsmarkt oder Staatsverschuldung: Die Europäische Union weist seit Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise vor fast fünf Jahren ein immer deutlicheres Nord-Süd-Gefälle auf. Der Abstand zwischen gut aufgestellten mittel- und nordeuropäischen Ländern und den Krisenstaaten des Südens wächst. Offenbar gilt das auch für die Fähigkeit der einzelnen EU-Staaten, neue Produkte zu entwickeln und sie erfolgreich zu vermarkten.

Dem neuen Innovations-Leistungs-Index zufolge, den die EU-Kommission am Dienstag vorstellte, führen Schweden, Deutschland, Dänemark, Finnland und die Niederlande die Liste der innovativsten EU-Länder an. Hingegen finden sich Griechenland, Zypern, Spanien, Portugal und Italien in der unteren Tabellenhälfte. Die 80 Seiten starke Analyse belegt erstmals, welch tiefe Spuren die Weltwirtschaftskrise auch in den Forschungsabteilungen der Unternehmen und der öffentlichen Hochschullandschaft einzelner Staaten hinterlassen hat. Gemessen an 25 Einzelkriterien – etwa die Anzahl neuer Patente, Einnahmen aus Lizenzen, Ausstattung von Unis und Forschungseinrichtungen, öffentliche und private Investitionen in Entwicklung und Bildung – ging die Innovationskraft Griechenlands und Zyperns zwischen 2008 und 2011 um 1,7 und 0,7 Prozent zurück. In den übrigen Krisenländern wurden nur minimale Wachstumsraten von unter einem Prozent erzielt. Dagegen konnten die meisten schon bisher führenden Länder ihr Innovationspotenzial um rund drei Prozent steigern.

Vielfalt der „Antreiber“

Der allmähliche Aufholprozess, der in den Jahren vor 2008 verzeichnet worden war, hat damit ein Ende gefunden. Die Gruppe der weniger innovativen Länder hole nicht länger auf, im Gegenteil wüchsen die Unterschiede innerhalb der EU und könnten den Start eines anhaltenden Auseinanderdriftens markieren, heißt es in dem Bericht.

Für Deutschland, das Dänemark vom zweiten Platz der innovativsten Länder verdrängen konnte, spricht vor allem die Vielfalt der „Antreiber“: Zu einer intakten Hochschullandschaft gesellt sich eine Vielzahl renommierter Forschungsinstitute, neben deutlich steigenden Forschungsanstrengungen der Großkonzerne trägt der Mittelstand mit seiner Weltmarktführerschaft in technologischen Einzelsegmenten wesentlich zur guten Position bei.

Insgesamt konnte die EU den Innovationsabstand zu den USA und Japan seit 2008 halbieren. Nur Südkorea eilte davon und hat mittlerweile zu den Vereinigten Staaten aufgeschlossen. Unter den aufstrebenden Wirtschaftsmächten ist vor allem China der EU auf den Fersen.

Innovations-Champion ist aber ein anderes, weder der EU noch den G8 zugehöriges Land ein: Die kleine Schweiz. Wer hat’s erfunden?

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