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Je länger der Anlagezeitraum, desto höher der Zinssatz.
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Je länger der Anlagezeitraum, desto höher der Zinssatz.

Sparen

Wo noch Rendite zu holen ist

  • VonTheresa Dräbing
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Die Zinsen für Einlagen auf dem Sparbuch sind minimal. Etwas mehr bietet ein Tages-oder Festgeldkonto. "Finanztest" hat europäische Anbieter unter die Lupe genommen.

Das Sparbuch hat ausgedient – die Zinsen sind nicht mehr der Rede wert. Eine rentablere Anlage in Aktien ist vielen zu riskant. Ein Mittelweg stellt da das Tagesgeld- oder Festgeldkonto dar. Zwar sind auch hier die Angebote durch die niedrigen Zinsen nicht mehr so gut wie noch vor ein paar Jahren, doch „Tagesgeld und Festgeld sind noch immer elementare Bestandteile der Geldanlage“, sagt Uwe Döhler, Finanzexperte bei Stiftung Warentest. „Nur bedienen diese Anlageformen teilweise andere Funktionen, als allein von Zinsen zu profitieren“, so der Experte.

Tagesgeld eignet sich, um flexibel Rücklagen zu bilden und größere Beträge anzusparen. „Zwei bis drei Monatsgehälter sollten immer flexibel verfügbar sein, damit nicht die Gefahr besteht, in den Dispo zu rutschen, und andererseits mithilfe der Rücklagen zum Beispiel teurere Reparaturen stemmen zu können“, rät Döhler. Zudem eignen sich angesparte Beträge auch, um diese dann in andere Anlageformen zu investieren.

Festgeld als Bestandteil risikoarmer Geldanlage

Ähnlich sieht es beim Festgeld aus. Zwar liegt der durchschnittliche Zinssatz bei einer Laufzeit von zwölf Monaten laut der FMH-Finanzberatung durchschnittlich gerade einmal bei 0,19 Prozent. Trotz niedrigem Zins ist das Festgeld immer noch Bestandteil risikoarmer Geldanlage. „Man kann andere Produkte dazu mischen, als weitere Basis etwa börsengehandelte Indexfonds, sogenannte ETFs“, empfiehlt Döhler. „Jedoch sind das dann Langfristinvestments. Und darf nicht das Geld sein, auf das man im Zweifel kurzfristig zugreifen können muss.“

Welche Banken noch gut verzinste Angebote für Tages- und Festgeldkonten bieten, hat die Stiftung Warentest in ihrem aktuellen Februar-Heft „Finanztest“ ermittelt. Schaut man sich die jeweiligen Top 20 der gelisteten Angebote an, fällt auf: Die allermeisten kommen von ausländischen Banken. Bei deutschen Instituten lassen sich hingegen kaum noch nennenswerte Produkte finden. Oft gibt es nicht mehr als null Prozent Zinsen, „ganz viele regionale Sparkassen und Volksbanken bieten zudem gar keine Tages- und Festgeldkonten mehr an, weil sie eben keine Zinsen bieten können“, sagt Döhler. Das Zinsniveau hierzulande ist um einiges niedriger als in anderen europäischen Ländern. Mehr und mehr geraten deshalb Zinsportale in den Blick, die auch Angebote ausländischer Geldhäuser vermitteln.

Nicht alle Angebote sind auch unbedingt empfehlenswert, da sie nicht als gleich sicher eingestuft werden. Zwar gibt es innerhalb der EU einheitliche Regeln zur Einlagensicherung. Danach ist festgelegt, dass bis zu 100.000 Euro eines jeden Sparers pro Bank abgesichert sind. Doch gibt es derzeit noch keinen europäischen Sicherheitstopf, im Falle einer Bankenpleite muss der jeweilige Staat aufkommen.

„Wir haben nur solche Banken mit in den Test aufgenommen, die von den großen Ratingagenturen mit Topbewertungen gelistet sind“, sagt Döhler. Nur wenn die Wirtschaftskraft des jeweiligen Landes als stabil genug angesehen wird, kann auch davon ausgegangen werden, dass der Anleger im Falle einer Bankenpleite entsprechend entschädigt wird. Und das sind, laut Empfehlung der Stiftung Warentest, derzeit nur sieben Länder innerhalb der EU: Neben Deutschland trifft das noch auf Österreich, Frankreich, Großbritannien, Belgien, Luxemburg, die Niederlande und Schweden zu. Den Standards würden auch die Länder Dänemark und Finnland entsprechen, dortige Banken machen Sparern in Deutschland aber bisher keine Angebote.

Teilweise über ein Prozent Zinsen pro Jahr

Für Banken aus Bulgarien und Rumänien weisen die Ratingagenturen hingegen relativ schlechte Bewertungen aus, auch wenn diese mit den attraktivsten Zinssätzen werben. Die besten als sicher eingestuften Anbieter zahlen laut „Finanztest“ für Festgeld mit einer Laufzeit von einem Jahr immerhin ein Prozent Zinsen und bei einer Laufzeit von drei Jahren 1,35 Prozent.

Je länger der Anlagezeitraum, desto höher der Zinssatz. Jedoch sollten sich Anleger darüber im Klaren sein, dass sie in dieser Zeit nicht an ihr Geld herankommen. Wenn eine vorzeitige Auflösung des Kontos möglich ist, dann ist dies mit Kosten verbunden. Welche Laufzeit für den individuellen Sparer passend ist, sollte vom Zweck der Geldanlage abhängig gemacht werden. „Wenn keine konkrete Vorstellung besteht, sollte maximal eine Laufzeit von drei Jahren gewählt werden“, empfiehlt Döhler. Denn eine längere Laufzeit lohnt sich trotz höherem Zins nicht immer. „Wenn innerhalb der drei Jahre der Zins ansteigen sollte, man aber länger an den niedrigen Zins gebunden ist, hätte man Geld zu besseren Konditionen verschenkt.“

Tagesgeld ist flexibler, aber damit ist der Zinssatz auch weniger stabil. Die Neukundenangebote erscheinen oft sehr attraktiv, aber der anfängliche Zins wird dann in der Regel nur für die ersten Monate garantiert. Im Test der Stiftung Warentest sind die Neukundenboni deswegen nicht einberechnet. Langfristig gute Angebote sind hingegen extra gekennzeichnet. Dazu zählen etwa die französische „Renault Bank direkt“ oder auch die „Advanzia Bank“ in Luxemburg.

Sortiert nach der Rendite pro Jahr landet beim Tagesgeld die HSH Nordbank mit einem Angebot, welches über das Zinsportal „Zinspilot“ vertrieben wird, auf Platz eins mit 0,80 Prozent Zinsen bei einem Betrag von 5000 Euro. Auf Platz zwei und drei folgen die schwedische Hoist Finance und die französische Oney Bank mit einem Zinssatz von 0,60 Prozent.

Beim Festgeld wird die Addiko Bank aus Österreich mit einem Angebot über das Zinsportal „Weltsparen“ auf dem ersten Platz gelistet, bei einer nur einjährigen Laufzeit verspricht das Angebot 0,95 Prozent Rendite.

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