Curevac hat mehr als 450 Mitarbeiter.
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Curevac hat mehr als 450 Mitarbeiter.

Curevac

Noch mehr Geld für den Corona-Impfstoff

  • vonFabian Hartmann
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Das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac geht in New York an die Börse.

Frisches Geld für Curevac: Das Tübinger Biotech-Unternehmen geht an die Börse. Am Freitag wurden erstmals Aktien des Unternehmens öffentlich zum Verkauf angeboten werden – allerdings an der US-Technologiebörse Nasdaq und nicht in Deutschland.

Der Börsengang sollte rund 245 Millionen Dollar einbringen, dafür wurden etwas mehr als 13,3 Millionen Stammaktien zu je 16 Dollar ausgegeben. Bei Redaktionsschluss dieser FR-Ausgabe war der Börsengang in den USA allerdings noch nicht erfolgt, daher lag die Erstnotierung noch nicht vor. Curevac-Mehrheitseigner Dietmar Hopp wollte zusätzlich Aktien für 100 Millionen Dollar kaufen. Damit behält Hopp die Kontrolle über Curevac.

Auf den Impfstoff-Spezialisten werden weltweit Hoffnungen gesetzt. Curevac forscht an einem Vakzin gegen das Coronavirus – und das ist teuer. Laut Börsenprospekt will Curevac rund 150 Millionen Dollar der Erlöse aus dem Börsengang in die Entwicklung des Impfstoffes stecken. Mit weiteren 50 Millionen Dollar werde die kurzfristige Produktionskapazität ausgebaut.

Erst im Juni war der deutsche Staat über die Förderbank KFW mit 300 Millionen Euro bei Hopps Biotech-Firma eingestiegen. Dass Curevac das zusätzlich benötigte Geld an der Börse einsammeln möchte, war bekannt. Insofern ist auch die Wahl für den Finanzplatz New York keine Überraschung.

Die durchschnittlichen Einnahmen bei einem Börsengang sind in den USA höher als in Deutschland. Als der amerikanische Biotech-Spezialist Moderna vor knapp zwei Jahren an die Börse ging, nahm das Unternehmen mehr als 600 Millionen Dollar ein. Summen, die auch in Europa Begehrlichkeiten wecken: Fünf der elf europäischen Biotech-Unternehmen, die im letzten Jahr an die Börse gegangen sind, haben sich für Amerika entschieden – darunter auch die deutsche Firma Biontech aus Mainz, ein Curevac-Konkurrent.

Das Deutsche Aktieninstitut hatte am Mittwoch kritisiert, der Curevac-Börsengang in den USA zeige, dass Deutschland noch immer kein attraktiver Standort für Börsengänge junger Wachstumsunternehmen sei. Hier müsse die Politik handeln.

In den USA haben Unternehmen die Möglichkeit, eine höhere Bewertung zu erzielen. Zum einen ist die dortige Risikokultur ausgeprägter. Zum anderen gibt es aber auch eine größere Zahl von Analysten und Investoren mit entsprechendem Branchenfokus. „Sowohl die Analysten als auch die Investmentbanken haben Expertise, verstehen das Geschäft und haben eine Euphorie für diese Technologien“, sagte Biotech-Experte Siegfried Bialojan von der Unternehmensberatung EY der „FAZ“.

Gerade Pharma- und Biotech-Firmen benötigen viel Geld. Die Branche ist zwar innovativ. Bei der Suche nach Medikamenten und Impfstoffen wird aber viel Geld verbrannt. Biotech-Aktien gehören daher nicht erst seit der Corona-Krise zu den spekulativeren Wertpapieren. Klar ist aber auch: Die Firma, die einen Corona-Impfstoff findet, entwickelt und in großer Stückzahl auf den Markt bringt, wird ein gigantisches Geschäft machen.

Die Frage ist also: Wer macht das Rennen? Aus deutscher Sicht gute Chancen hat neben Curevac auch Biontech aus Mainz, das von der Allianz mit einem großen Pharmakonzern wie Pfizer bei der Entwicklung eines Impfstoffs profitieren kann. Beide Unternehmen, Curevac und Biontech, sind derzeit auch die einzigen Impfstoffentwickler aus Deutschland im Pharma-Bereich, der einst von bekannten Konzernen wie Bayer, Boehringer oder Merck geprägt war. Doch die sind heute im margenreichen Bereich der Impfstoffentwicklung kaum mehr aktiv.

Einer der Großen in der Branche ist auch der britische Pharmariese Astra-Zeneca. Zusammen mit der Eliteuniversität Oxford hat der Konzern kürzlich Daten zu einem Impfstoffkandidaten veröffentlicht, die Analysten zufolge ebenfalls Hoffnung machen.

Ebenfalls gute Chancen zu den Gewinnern zu gehören, hat GlaxoSmithKline (GSK). Das britische Unternehmen gilt als der weltweit führende Impfstoffhersteller und erzielte zuletzt rund neun Milliarden Dollar Umsatz auf dem Gebiet. Das Unternehmen arbeitet mit Sanofi an einem Impfstoff gegen das Coronavirus. Und: GlaxoSmithKline hat sich bei Curevac eingekauft. Das Tübinger Unternehmen erhält im Zuge einer strategischen Kooperation vom britischen Pharmakonzern eine Millionensumme. GlaxoSmithKline beteiligt sich mit umgerechnet 150 Millionen Euro an Curevac, was einem knapp zehnprozentigen Anteil entspricht.

Für Curevac sind das gute Nachrichten. Damit hat das Unternehmen allein in der kürzlich abgeschlossenen Finanzierungsrunde 500 Millionen Euro eingesammelt. Wohlgemerkt: vor dem Börsengang. Weitere Millionen sollen jetzt folgen. Und im besten Fall bald ein Impfstoff gegen Sars-Cov-2.

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