Klimaschutz

Noch lange nicht auf Kurs

Pläne zur CO2-Einsparung reichen nicht aus, um das Pariser Klimaabkommen zu erfüllen.

Die Pläne der meisten Staaten im Rahmen des Pariser Klimaschutzabkommens reichen einem neuen Bericht zufolge nicht aus, um die schneller werdende Erderhitzung zu bremsen. Fast drei Viertel der 184 Zusagen zum Einsparen von Treibhausgasen, die Länder eingereicht haben, sind demnach nicht ehrgeizig genug. Gemessen am Ziel, den Ausstoß bis 2030 um mindestens 40 Prozent zu reduzieren, seien nur die 28 EU-Staaten gemeinsam und sieben weitere Länder auf Kurs, heißt es in der Auswertung.

Im Pariser Abkommen haben sich fast alle Staaten der Welt das Ziel gesetzt, die Erderhitzung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen. Alle fünf Jahre sollen die nationalen Klimaschutzbeiträge nachgeschärft werden, so dass die Weltgemeinschaft insgesamt immer ehrgeiziger wird. 2020 ist es so weit, dann sollen neue Pläne auf den Tisch.

Es ist festgelegt, welcher Staat welchen Anteil erbringen muss. Allgemein gilt, dass reiche Industriestaaten und solche, die historisch betrachtet viel zum Klimawandel beigetragen haben, mehr Verantwortung übernehmen sollen. „Die Zusagen sind schlicht viel zu wenig und zu spät“, kommentierte Co-Autor Robert Watson, der bis 2002 zum Vorstand des Weltklimarats gehörte, den Bericht. „Sogar wenn alle freiwilligen Klimazusagen voll umgesetzt werden, erreichen sie nur die Hälfte dessen, was notwendig ist, um die Beschleunigung des Klimawandels im nächsten Jahrzehnt zu begrenzen.“

Besonders im Fokus der Autoren stehen vier Nationen, die zusammen mehr als die Hälfte der weltweiten Treibhausgase ausstoßen: China, Indien, die USA und Russland. Das bevölkerungsreichste Land China hat einen Anteil von rund 27 Prozent – und die Emissionen von Kohlendioxid (CO2) und anderen Klimagasen dort nähmen wegen des Wirtschaftswachstums weiter zu, schreiben die Autoren des Berichts, der von der US-Organisation Universal Ecological Fund veröffentlicht wurde. Zugesagt hat Peking bisher nur, dass sie nicht im gleichen Maße zunehmen sollen wie das Bruttoinlandsprodukt. Das gelte auch für Indien, das einen Anteil von sieben Prozent am globalen Treibhausgasausstoß habe.

Die USA haben inzwischen ihre Kündigung für das Klimaabkommen von Paris eingereicht. Ihre ursprünglichen Zusagen mit ihrem Anteil von gut 13 Prozent am globalen Treibhausgasausstoß bewerten die Autoren des Berichtes noch als „in der Schwebe“ – aber die aktuelle Politik reiche nicht aus. Russland, dessen Anteil bei knapp fünf Prozent liege, habe noch gar keine Pläne eingereicht.

Die 28 Staaten der EU haben gemeinsam einen Anteil von neun Prozent – und sind dem Bericht zufolge mit ihren Plänen auf Kurs. Bis 2030 könnte der CO2-Ausstoß 58 Prozent unter dem Wert von 1990 liegen.

Die übrigen 152 Klimaschutzzusagen kommen von Staaten, die zusammengenommen etwa 33 Prozent der Treibhausgase ausstoßen. Davon seien 127 Pläne daran gekoppelt, dass reiche Staaten technisch und finanziell bei der Umsetzung helfen. Neben den 28 EU-Staaten, die im Rahmen des Pariser Abkommens gemeinsam Zusagen machen, werten die Autoren noch Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen, Moldawien, die Schweiz und die Ukraine als Länder, deren Zusagen zum jetzigen Zeitpunkt ausreichen.

Als „teilweise genügend“ bewerten sie die Pläne von Australien, Aserbaidschan, Weißrussland, Brasilien, Kanada, Costa Rica, Israel, Japan, Montenegro, Neuseeland, San Marino und Südkorea. Noch gar keine Pläne eingereicht haben neben Russland noch zwölf weitere Länder. (dpa)

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