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GASTWIRTSCHAFT

Noch bremsen die Männer

  • Sigrid Meuselbach
    VonSigrid Meuselbach
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Der „Female Shift“ wird zu früh ausgerufen

Der „Female Shift“ ist Megatrend 2015, orakeln Zukunftsforscher wie Mathias Horx. Endlich überwinden Frauen die „Geschlechterkluft“, um sich ihren Anteil an Karriere und Führung in der Wirtschaft zu sichern. Die Zukunft sei weiblich und der Aufstieg der Frauen unaufhaltsam, titeln die Medien. Weil die Mädchen den Jungs in Schule und Studium die Butter vom Brot nehmen, steht ihnen auch der größere Teil vom Karrierekuchen zu. Und den nehmen sie sich.

Goldene Zeiten für die Frauenbewegung, sollte man meinen. Aber sind sie es wirklich? Ich bin da skeptisch. Erstens ist es einfach noch nicht so weit. Noch sind die Strukturen männlich dominiert und die alten Bremser sitzen noch ein paar Jahre im Sattel. Vermutlich wird ein echter Wandel erst mit deren Ruhestand einsetzen.

Zweitens ist das komplette Umstülpen der Verhältnisse keine Lösung. Denn neben den Abschlüssen entscheiden noch ein paar andere Skills über die Karriere, in denen Männer den Frauen noch voraus sind. Die funktionieren deshalb so gut, weil das Business genau auf sie zugeschnitten ist. Doch statt zu jammern, sollten sich Frauen dem System anpassen. Sind sie erst mal drin, können sie ihm auch ihren Stempel aufdrücken – positiv überzeugend von innen, statt auf Signale von außen zu warten. Denn trotz Frauenquote bleibt die Politik da seltsam zahm.

Frauen packen den Stier schon bei den Hörnern, während Männer im Meeting erst mal klären müssen, wer welchen Posten beim Stierfang bekommt. Männer rotieren in Netzwerken um sich selbst, und mit ein bisschen Glück kommt auch mal was Brauchbares dabei heraus – so die gängigen Vorurteile. Zugegeben: Manches davon stimmt tatsächlich.

Dennoch sind Männer viel besser als ihr lädierter Ruf. Sie sind kämpferischer und weniger emotional als Frauen. Sie kalkulieren auch dann noch kühl, wenn richtig Druck auf dem Kessel ist. Frauen hingegen haben oft eine höhere soziale Intelligenz. Sie finden Lösungen und können einen Kahn auch wieder flott machen, wenn sture Männer ihn auf eine Sandbank gesetzt haben.

Für mich klingt das eher nach fruchtbarer Ergänzung als nach Konfrontation. Gemeinsam lässt sich so viel erreichen. Wenn es schon einen „Female Shift“ geben muss, dann bitte einen mit den Männern zusammen.

Die Autorin ist Karriereberaterin und Trainerin. Alle Kolumnen finden sie unter: www.fr-online.de/gastwirtschaft.

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