1. Startseite
  2. Wirtschaft

FBI nimmt VW-Manager fest

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

VW hatte im September 2015 eingeräumt, in großem Stil Abgastests manipuliert zu haben.
VW hatte im September 2015 eingeräumt, in großem Stil Abgastests manipuliert zu haben. © dpa

Im Dieselskandal hat die US-Bundespolizei FBI einen VW-Manager festgenommen. Der Vorwurf: Verabredung zum Betrug.

Im Dieselskandal von Volkswagen wollen die US-Behörden einen VW-Manager zur Verantwortung ziehen. Der Manager solle an diesem Montag in Miami vor Gericht erscheinen, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Detroit. Die US-Bundespolizei FBI habe den ehemaligen Leiter der Abteilung, die in den USA für das Einhalten von Gesetzen sorgen muss, wegen seiner Rolle im Dieselskandal in Florida verhaftet, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Er soll eine Schlüsselrolle bei der versuchten Vertuschung der Abgasmanipulation gespielt haben. Zuvor hatte bereits die „New York Times“ darüber berichtet.

Volkswagen hatte gegenüber den US-Behörden lange geleugnet, die Stickoxidwerte von Dieselautos durch eine spezielle Software manipuliert zu haben. Diese sorgt dafür, dass Autos Abgaswerte nur auf dem Prüfstand einhalten, nicht aber im Verkehr auf der Straße. Erst im September 2015 hatte der Konzern dies auf Druck der US-Umweltbehörden zugegeben. Der verhaftete Manager soll Ende 2014 falsche technische Erklärungen gegenüber den Behörden abgegeben haben, ehe er knapp ein Jahr später den Betrug einräumte. Ein VW-Sprecher erklärte, der Konzern wolle sich nicht zu Personalangelegenheiten oder laufenden Ermittlungen äußern. Im vergangenen Jahr hatte bereits ein Ingenieur in den USA zugegeben, an der Manipulation beteiligt gewesen zu sein. Ihm steht ein Prozess noch bevor.

Unterdessen rückt im Verfahren des US-Justizministeriums gegen VW wegen Verstoßes gegen das Luftreinhaltegesetz eine Einigung näher. Insidern zufolge könnte das Verfahren in dieser Woche zum Abschluss kommen. Womöglich müsse der Konzern mehr als drei Milliarden Dollar Bußgeld zahlen. Die Verhandlungen könnten allerdings noch scheitern. VW hat sich mit Privatklägern und den US-Behörden bereits auf eine zivilrechtliche Wiedergutmachung geeinigt, die mit mehr als 16 Milliarden Dollar zu Buche schlägt. In Europa steht VW vor einer Welle von Schadensersatzklage von Autokäufern und Anlegern. In Großbritannien reichte die Kanzlei Harcus Sinclair am Montag eine Sammelklage von Autobesitzern ein. Die erste Anhörung dafür sei für den 30. Januar anberaumt. rtr

Auch interessant

Kommentare