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Viele Tierschutzorganisationen sammeln Geld für Tierheime.
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Viele Tierschutzorganisationen sammeln Geld für Tierheime.

Unseriös

Vorsicht bei Spenden an Tierschutzorganisationen: Nicht alle Vereine sind seriös

  • VonWolfgang Mulke
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Die Zeitschrift „Test“ hat untersucht, was mit Spenden an Tierschutzorganisationen passiert. Das Ergebnis ist ernüchternd.

Beim Anblick leidender Hunde oder Robben öffnen viele Menschen gerne Herzen und Portemonnaies. Das wissen auch Tierschützerinnen und Tierschützer und werben insbesondere in der Adventszeit um Spenderinnen und Spender. Die Stiftung Warentest wollte wissen, wie seriös die Vereine sind, die sich das Tierwohl auf die Fahnen geschrieben haben. Das Ergebnis ist ernüchternd. „In diesem Geschäftsfeld tummeln sich auch viele fragwürdige und unseriöse Organisationen“, heißt es in der Januar-Ausgabe der Zeitschrift „Test“.

Die Tester:innen haben 38 Tierschutzorganisationen angeschrieben. Nur 23 haben detailliert auf die Fragen der Stiftung geantwortet. Sie sollten über wesentliche Eckdaten ihrer Arbeit Auskunft geben. Dazu gehört vor allem die Frage, ob sie wirtschaftlich mit den Einnahmen umgehen. Das gehört zu dem Qualitätstest des Deutschen Instituts für soziale Fragen (DZI), das den Test unterstützte. Das bedeutet vor allem, dass der größte Teil der Spenden auch tatsächlich für den Tierschutz ausgegeben wird.

Spenden an Tierschutzorganisationen: nicht mehr als 30 Prozent der Einnahmen für Verwaltungskosten

Als Faustformel gilt hierbei, dass die Organisationen nicht mehr als 30 Prozent ihrer Einnahmen für Verwaltungskosten oder Werbung aufwenden dürfen. „Mehr als 70 Cent von jedem gespendeten Euro müssen dem Spendenzweck lauf Satzung zukommen“, rechnet die Stiftung vor.

Dabei zeigten sich beträchtliche Unterschiede. Während die „Tierärzte ohne Grenzen“ mit drei Prozent Ausgaben für Verwaltung sparsam wirtschaften, gibt der „IFAW Internationaler Tierschutzfonds“ mehr als die Hälfte des Geldes, 53 Prozent, für anderes als den Tierschutz aus. Neben hohen Kosten für Werbung unterstützt der Fonds laut Stiftung auch das Hauptquartier in den USA oder bezahlt ein Dienstleistungszentrum in den Niederlanden. Es geht auch anders, wie auch der „Bund gegen Missbrauch der Tiere“ oder das „Deutsche Tierschutzbüro“ zeigen, die 90 Cent oder mehr von jedem Spendeneuro für das Tierwohl ausgeben.

Spenden an Tierschutzorganisationen: „Seriöse Organisationen stellen wichtige Infos auf ihre Internetseite“

Die drei wirtschaftlichsten Einrichtungen waren im Test auch die einzigen, die in puncto Transparenz die Bestnoten erreichten. Vielfach fielen die Antworten nicht so vollständig aus, wie es sich die Prüfer:innen vorstellten. „Seriöse Organisationen stellen alle wichtigen Informationen auf ihre Internetseite“, erklären die Verbraucherschützer:innen und raten, sich vor einer Spende erst einmal über die jeweilige Organisation zu informieren.

Spenden sind auch ein großer Geschäftszweig. In den ersten neun Monaten 2020 ließen die Deutschen den Spendensammlerinnen und Spendensammlern 3,3 Milliarden Euro zukommen. Der Bärenanteil wird für humanitäre Ziele überwiesen, etwa nach Naturkatastrophen. Doch mit gut einem Viertel ist der Tierschutz auch ein wichtiges Anliegen der Spender:innen.

Spenden an Tierschutzorganisationen: Gemeinnützigkeit sagt noch nichts aus

Die Organisationen schmücken sich dabei gerne mit der ihnen zugesprochenen Gemeinnützigkeit. Doch sagt dies laut Stiftung nichts darüber aus, ob sie auch seriös arbeiten. Die Prüfung durch das Finanzamt erfolge nicht aus Sicht der Spendenden, warnt die Stiftung.

Eine Erlaubnis zum Sammeln von Spenden ist nur in Thüringen und Rheinland-Pfalz vorgeschrieben. Ein Sammlungsverbot in diesen Ländern sei ein Alarmzeichen für die fehlende Seriosität einer Organisation, stellen die Prüfer fest. Es gibt auch Siegel, die bei der Auswahl einer geeigneten Organisation helfen. Neben dem Logo des DZI weisen auch das Zeichen des „Deutschen Spendenrats“ und der „Initiative Transparente Zivilgesellschaft“ auf eine gute Verwendung der Spendengelder hin. (Wolfgang Mulke)

Hier erfahren Sie, wie ihre Spenden an seriöse Organisationen gelangen.

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