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Mitglieder der Gewerkschaft Deutscher Bundesbahnbeamten und Anwaerter (GDBA) demonstrieren am Freitag (30.01.09) vor dem Maritim-Hotel in Frankfurt am Main fuer eine deutliche Verbesserung der Arbeitszeiten und zehn Prozent mehr Lohn.

Bahn

Neues Angebot mit 4,5 Prozent

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Im Tarifstreit zwischen den Eisenbahner-Gewerkschaften und der Deutschen Bahn ist überraschend Bewegung gekommen. Transnet und GDBA schließen eine Einigung nicht mehr aus.

In den Tarifstreit zwischen den Eisenbahner-Gewerkschaften und der Deutschen Bahn ist überraschend Bewegung gekommen. Die Bahn hat ihr letztes Angebot ein weiteres Mal korrigiert. Sie bietet den 130.000 Beschäftigten nun einen Lohnzuwachs von 4,5 Prozent.

Transnet-Sprecher Oliver Kaufhold sagte der FR, "über dieses Angebot könne man wenigstens reden". Zuvor hatten die Gewerkschaften die Offerten des Konzerns als "Witz" abgetan.

Im Einzelnen will die Bahn in diesem Jahr das Einkommen um zwei und im nächsten Jahr um 2,5 Prozent anheben. Zusätzlich soll es 2009 eine Einmalzahlung in Höhe von 400 Euro geben.

Noch am Morgen hatte die Bahn für dieses und das nächste Jahr nur je ein Prozent Lohnzuwachs angeboten, zudem eine Einmalzahlung im Dezember sowie ein zusätzliches Plus von zwei Prozent im Jahr 2010, an den Konzerngewinn gekoppelt.

Die zusätzlichen Zahlungen hätte es nur gegeben, wenn der Konzern das blendende Ergebnis von 2008 mit einem Rekordgewinn von 1,8 Milliarden Euro erneut erreichen würde. Diese erfolgsabhängige Komponente lehnten die Verhandlungsführer strikt ab. Es seien "Torten angekündigt und Kekse verteilt worden".

Separat zu den Verhandlungen mit Transnet und GDBA führt die Bahn Gespräche mit der Lokführergewerkschaft GDL. Deren Vorsitzender Claus Weselsky sagte am Nachmittag, das Angebot zu Entgelt, Laufzeit und Arbeitszeit sei "völlig ungenügend". Die GDL ist sauer, weil die Bahn nach ihrer Darstellung auch in solchen Punkten nicht nachbesserte, "die nichts kosten", so Sprecherin Gerda Seibert.

Dabei geht es um langfristiger gestaltete Einsatzzeiten. Für die GDL läuft die Friedenspflicht heute ab. Über das weitere Vorgehen will die Tarifkommission am Mittwoch beraten.

Die bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe andauernden Verhandlungen sollen heute in Frankfurt fortgesetzt werden. Kommt keine Einigung zustande, drohen im Bahnverkehr bereits in der nächsten Woche erneut Warnstreiks. Über das weitere Vorgehen will die Tarifkommission von Transnet am Montag beraten.

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