Pharmakonzern

Neue Methoden der Krebsbekämpfung

Boehringer setzt auf biopharmazeutische Mittel  und hat das Tiermedizingeschäft erfolgreich integriert.

Mit Investitionen in Milliardenhöhe will der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim nach der Rückkehr in die Gewinnzone weiter wachsen. Für 2019 peilt der rheinhessische Konzern ein leichtes Wachstum beim Umsatz an, wie er am Mittwoch in Ingelheim mitteilte. 2018 verbuchten die Ingelheimer Zuwächse sowohl im Geschäft mit Humanmedikamenten als auch im Tiermedizin-Bereich.

Im vergangenen Jahr stand nach dem im Jahr zuvor vollzogenen komplexen Tauschgeschäft mit Sanofi und einem damit verbundenen Verlust nun ein Konzernplus von 2,1 Milliarden Euro zu Buche. 2017 war es ein Minus von 223 Millionen Euro gewesen. Boehringer hatte von Sanofi das Tiermedizingeschäft Merial erworben und dafür das eigene Geschäft mit rezeptfreien Arzneien an die Franzosen abgegeben. Der Verkauf hatte einmalige Steuerzahlungen in Milliardenhöhe nach sich gezogen.

Der Umsatz von Boehringer lag 2018 bei 17,5 Milliarden Euro. Das war ein Rückgang um drei Prozent gegenüber dem Vorjahr, bereinigt um Währungs- und Einmaleffekte indes ein Plus von vier Prozent. 72 Prozent des Gesamtumsatzes entfielen auf die Humanpharmazie, wobei das Atemwegspräparat Spiriva einmal mehr das umsatzstärkste Produkt war. 23 Prozent des Umsatzes machte die Tiermedizin aus. Wichtigster Markt sind und bleiben die USA, in China überschritt Boehringer 2018 erstmals die Umsatzmarke von einer Milliarde Euro.

In der Forschung will das Unternehmen in der Humanpharmazie unter anderem auf Mittel gegen Lungen-, Magen- und Darmkrebs setzen, auf Medikamente gegen chronisch-entzündliche Entzündungen der Haut und des Darms sowie auf neue Behandlungsmethoden gegen multiresistente Keime, wie Firmenchef Hubertus von Baumbach sagte. In der Onkologie liegt ein Fokus auf biopharmazeutischen Mitteln, die aus lebenden Organismen gewonnen werden. Ziel sei etwa, sogenannte kalte Tumoren zu heißen zu machen, die das körpereigene Immunsystem dann erkennen und bekämpfen kann. Von Baumbach sprach von einer „neuen Welle im Bereich der Immunonkologie“, mit der er rechne. In der Tiermedizin setzen die Ingelheimer verstärkt auf Impfstoffe und Mittel gegen Parasiten. (dpa)

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