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GASTWIRTSCHAFT

Nett werkeln genügt nicht

  • Sigrid Meuselbach
    VonSigrid Meuselbach
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Frauen brauchen für den Aufstieg auch Netzwerke

Dass die schlechte Vereinbarkeit von Beruf und Familie Frauen in der Karriere beeinträchtigt, ist eine Binsenweisheit. Kaum zu glauben, aber Studien des IBE-Instituts belegen: Die „Dominanz der männlichen Netzwerke“ stellt eine noch größere Karrierebremse dar. Dabei sind fruchtbare Netzwerke so wichtig, nicht nur, aber auch, wenn Frauen nach dem Babyknick wieder loslegen wollen. Dafür benötigt es aber Geduld und Intelligenz beim Vernetzen – und eine gewisse Berechnung, wer später nützlich sein kann.

Das nötige Kalkül aber geht Frauen oft ab. Während sie sich lieber mit Geschlechtsgenossinnen verschwestern und ihre Energie auf Angehörige der gleichen Hierarchiestufe im eigenen Unternehmen steuern, spielen die Herren Hans Dampf in allen Gassen. Sie flirten mit den Großkopferten und wedeln mit ihren Visitenkarten weit über die aktuelle Sphäre hinaus. Man weiß ja nie, was kommt.

Nach Xing-Analysen sind Frauen schlechter vernetzt und loggen sich seltener ein als ihre Kollegen, die auch das Gros der Premiummitglieder stellen. „Klar, die arbeiten ja auch, während männliche Karrieristen Schönwetter im sozialen Netzwerk machen“, ließe sich frotzeln. Tatsache aber ist, dass gute Verbindungen ein wesentlicher Karriereturbo sind. Da wundert es doch sehr, dass Frauen mit ihrem ausgeprägten sozialen Gespür hier so wenig mitmischen.

Leider finden viele Frauen diese Art von Beziehungen immer noch anrüchig. Sie wollen wegen ihrer Leistungen geschätzt und befördert werden und keiner „Seilschaft“ angehören. Karriere aber ist wie Bergsteigen. Bei Alpinisten dient die Seilschaft der gegenseitigen Sicherheit, der Unterstützung der anderen beim Aufstieg und dem gemeinsamen Spaß beim Gipfelsturm. Das ist aller Ehren wert.

Sich „nach oben“ zu vernetzen, ist keine Anbiederung, wenn man selbst etwas zu bieten hat. Man muss nur früh im Aufstieg damit starten. Denn je dünner die Luft wird, desto mehr Hilfe tut not. Kein Spitzenjob wird nur nach Leistung vergeben. Nett werkeln und nett wirken genügen einfach nicht. Clever networken wie ein Mann, aber charmant wie eine Frau, heißt die Erfolgskombination. Warum nicht einfach zwei Netzwerke pflegen: eine Wohlfühloase voller Herzensmenschen und ein Karrierenetz, das einen weiterbringt. Und wenn es sich überschneidet, umso besser.

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