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Nestlé-Deutschland-Chefin Béatrice Guillaume-Grabisch beim Kochen mit ihren Mitarbeitern am Donnerstagabend.
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Nestlé-Deutschland-Chefin Béatrice Guillaume-Grabisch beim Kochen mit ihren Mitarbeitern am Donnerstagabend.

Streit mit Edeka

Nestlé macht sich klein

  • Daniel Baumann
    VonDaniel Baumann
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Im Streit mit Edeka will der Lebensmittelkonzern Nestlé nicht der böse Riese sein.

Etwas Beutelsauce in die Pfanne, das Fleisch und kleingeschnittenes Gemüse dazugeben, umrühren, fertig. Wenn es nur immer so einfach wäre wie an diesem Abend in Frankfurt im Maggi-Kochstudio von Nestlé. Dort hat der Konzern am Donnerstag nicht nur seine deutsche Jahresbilanz vorgestellt, sondern die Journalisten auch gemeinsam mit Deutschland-Chefin Beatrice Guillaume-Grabisch an die Herde gebeten. Sie sollten die neuen Produkte des Lebensmittelherstellers selbst ausprobieren.

Mehr als die neue Sauce für Pak Choi Beef Teriyaki interessierte die Journalisten allerdings der Konflikt zwischen dem weltgrößten Lebensmittelhersteller Nestlé und dem größten deutschen Einzelhändler Edeka. Weil sich beide seit Monaten nicht über die Lieferbedingungen verständigen können, hat Edeka in den vergangenen Wochen die Daumenschrauben angezogen und Produkte von Nestlé aus den Regalen genommen. Und dieses Problem ist offensichtlich nicht so einfach zu lösen wie die Zubereitung eines Abendessens mit einer Fertigsauce.

„Die Spannungen dauern länger, als wir uns je gewünscht hätten“, sagte Guillaume-Grabisch zu dem Konflikt, der auf beiden Seiten an den Nerven zehrt. Ihre Äußerungen deuteten zwar daraufhin, dass sie davon ausgeht, dass es eine Lösung geben wird, doch wann und wie das gelingen wird, ließ sie offen. Die Situation ist schließlich vertrackt, Nestlé Deutschland verhandelt nicht alleine mit Edeka, sondern mit einem internationalen Einkaufsverbund.

Modernisierung bei Nestlé geht weiter

Letztlich muss also eine Lösung gefunden werden, der Händler in mehreren Ländern mit unterschiedlichsten Marktbedingungen zustimmen können – und natürlich auch die jeweiligen Nestlé-Landesgesellschaften. Dass das kompliziert ist, räumte Guillaume-Grabisch ein, zu den Knackpunkten der Gespräche wollte sie allerdings nichts sagen.

Dafür redete sie gegen das Bild an, dass vermeintlich kleine Händler den Aufstand gegen den mit umgerechnet 75 Milliarden Euro Umsatz größten Nahrungsmittelkonzern der Welt proben würden. Sie verwies darauf, dass Nestlé in Deutschland im vergangenen Jahr 3,2 Milliarden Euro Umsatz (+2,3 Prozent) gemacht hat, während Edeka auf 51,9 Milliarden Euro kam. „Wir sind groß und wir sind klein“, sagte Guillaume-Grabisch dazu.

Während der Konflikt vor sich hin köchelt, gehen die Modernisierungsarbeiten bei Nestlé weiter. Die Konzernleitung hat das Ziel einer deutlichen Margensteigerung ausgegeben. Das ist im hiesigen, preissensiblen Markt besonders schwierig zu erreichen. Es sei 2017 aber gelungen, die Marge auf niedrigem Niveau leicht zu verbessern, so Guillaume-Grabisch. Das heißt, von jedem eingenommenen Euro blieb etwas mehr als Gewinn übrig. Wie viel das genau war, behielt der Konzern wie immer für sich.

Zu den Zukunftsplänen von Nestlé gehört aber nicht nur die Margensteigerung, es geht auch um effizientere Strukturen, modernere Werke, die Digitalisierung des Konzerns und Produkte mit weniger Salz, Zucker und Geschmacksverstärkern. Das aktuelle Highlight in der Produktpalette sind Kit Kat mit rosa Schokolade, die aus einer speziellen Kakao-Bohne gewonnen wird. Der Slogan der Marke lautet bekanntlich: „Have a break, have a Kit Kat.“ Auch das kann man sich in schwierigen Verhandlungen wünschen.

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