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Ein Nebenjob neben dem Studium - viele Studenten haben ihn. Dabei gibt es einiges zu beachten.

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Nebenjob für Studenten - was Sie über die Arbeit neben dem Studium wissen müssen

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Fachkräfte und alle, die es mal werden wollen, sind gesucht wie nie. Günstige Zeiten also für Studenten, die einen Nebenjob suchen. Doch es gibt dabei auch einiges zu beachten.

Zwei Drittel aller Studenten arbeiten neben ihrer Ausbildung und sie verdienen dabei nicht einmal schlecht. Das ist das Ergebnis der Untersuchung, die die studentische Personalvermittlung Studitemps kürzlich veröffentlicht hat. Studitemps ist als Personaldienstleister gewissermaßen der größte Arbeitgeber für Studenten in Deutschland.

Es gibt aber noch weitere Anbieter, die sich auf die Vermittlung von Studentenjobs spezialisiert haben. Eine Anlaufstelle für Studierende, die Arbeit suchen, sind aber auch nach wie vor die Studentenwerke der einzelnen Universitäten. Sie bieten überdies kostenlose Beratungen und auch Bewerbungstrainings an.

Nebenjob für Studenten: Gute Aussichten, gute Bezahlung

„Mindestlohn funktioniert mit Studenten nicht“, sagt Simon Herfurth vom Vermittlungsdienst Young Capital. Seine Firma ist die zweitgrößte Vermittlungsagentur für Studierende in Deutschland und bietet Jobs, deren niedrigste Bezahlung bei zehn Euro pro Stunde liegt. Der Mindestlohn in Deutschland liegt derzeit bei 9,19 Euro. Im Schnitt bekommt man bei den Young Capital-Jobs rund elf Euro, sagt Herfurth. Nach oben gebe es theoretisch keine Grenze, weil die Plattform auch Angebote im Verkauf vermittelt, bei denen eine Provision erwirtschaftet werden kann. Bei den festdotierten Jobs liegen die höchsten Stundenlöhne laut Herfurth bei 25 Euro.

Diese Bandbreite deckt sich mit den Ergebnissen die Studitemps ermittelt hat. In Zusammenarbeit mit der Maastricht University wurden im März mehr als 22 000 Studierende in 49 Universitätsstädten befragt. Dort werden Löhne zwischen 9,50 und 30 Euro pro Stunde bezahlt. Generell gilt: Am besten zahlt die IT-Branche.

Ähnliche Erfahrungen hat auch das Studentenwerk Berlin gemacht, das die vermutlich älteste Jobvermittlung in der Hauptstadt betreibt. Jobs, die lediglich mit dem Mindestlohn ausgeschrieben sind, gibt es nur noch ganz selten“, sagt Sprecherin Jana Judisch. „Im Schnitt beträgt der ausgeschriebene Stundenlohn auf unserer Plattform derzeit elf Euro pro Stunde.“ Dass der Markt günstig für den Nachwuchs ist, stellt Judisch vor allem daran fest, dass es auch für das Studentenwerk immer schwieriger werde, studentische Aushilfen zu finden.

Studenten als Arbeitnehmer - was Arbeitgeber wissen sollten

Da angesichts des Arbeitskräftemangels in vielen Branchen Studierende eine interessante Zielgruppe sind, haben sich in den vergangenen Jahren verschiedenste Anbieter etabliert, die die Vermittlung studentischer Arbeitskräfte anbieten. Neben Studitemps und Young Capital gibt es noch Stellenwerk.de, jobmensa.de, Stepstone, Indeed, studentjob.de sowie weitere, kleinere Anbieter. Die Bedingungen dort variieren. Manche sind eine reine Jobvermittlung, andere wie Young Capital bieten verschiedene Modelle und Vertragsarten an.

„Unsere Recruiter betreuen meist zwischen 40 und 50 Leute“, sagt Simon Herfurth. „Da ist der persönliche Kontakt schon recht eng“. Für Herfurth macht das den Unterschied beim erfolgreichen Anheuern studentischer Hilfskräfte „Man kann Studenten nicht genauso behandeln wie andere Arbeitnehmer“, sagt er. So seien viele darauf angewiesen, ihre Arbeitszeiten variabel zu halten, etwa, wenn sie sich auf Klausuren vorbereiten müssen. Für manche Mittelständler bildet Young Capital daher Pools mit mehreren Jobbern, die sich entsprechend koordinieren lassen.

Nebenjob im Studium - was Studierende wissen sollten

So smart sich viele Hochschulanfänger beim Vorstellungsgespräch geben mögen – in vielen Dingen des praktischen Arbeitslebens sind sie nicht bewandert. Das gilt vor allem für jene, die zum ersten Mal arbeiten.

Das Studierendenwerk Berlin hat deshalb vor zwei Jahren damit begonnen, Trainings rund um den studentischen Nebenjob anzubieten. So gibt es regelmäßig Seminare mit Arbeitsrechtlern, die den Studierenden Rechte und Pflichten des studentischen Arbeitnehmers erläutern. Oder erklären, wie man seine Steuererklärung macht.

Arbeiten neben dem Studium - Steuerpflicht für Studenten

Theoretisch muss jeder Arbeitnehmer in Deutschland sein Einkommen versteuern. Das gilt auch für Studenten. Sie unterliegen aber teilweise anderen Freibeträgen. Der Steuerfreibetrag für 2019 liegt bei 9168 Euro. Soviel darf verdient werden, ohne dass Steuer entrichtet werden muss. Alles, was darüber hinausgeht, muss anteilig versteuert werden. Wer einen Minijob hat und nicht mehr als 450 Euro pro Monat verdient, bleibt folglich ebenfalls steuerfrei. Dabei darf man in einzelnen Monaten Überstunden ansammeln, wenn in anderen entsprechend weniger gearbeitet wird. Entrichtet der Arbeitgeber für die mehr geleiteten Arbeitsstunden Lohnsteuer, kann man sie sich beim Lohnsteuerjahresausgleich zumindest teilweise zurückholen.

Student mit Nebenjob - Achtung bei BAföG-Bezug

Wer BAföG bekommt, bezahlt darauf keine Steuern, weil diese Zuwendungen als Ausbildungsbeihilfe gelten und nicht als Einkommen. Wer zusätzlich jobben geht und viel verdient, muss aufpassen: Wer mehr als 5 400 Euro im Jahr dazuverdient, muss mit BAföG-Kürzung rechnen. Das bedeutet: Ein Minijob ist okay.

Kompliziert wird es, wenn man als Student mehrere Jobs macht. Hat man gleichzeitig zwei verschiedene Arbeitsstellen, rutscht man mit einer Beschäftigung in Steuerklasse 6. Bei dieser aber gilt der Steuerfreibetrag nicht mehr. Am günstigsten ist es, sich in diesen Fällen Beratung beim Finanzamt oder dem Studentenwerk zu holen

Nebenjob im Studim - was die Eltern des Studenten wissen sollten

Eltern studierender Kinder haben Anspruch auf Kindergeld. Das gilt bis zum 25. vollendeten Lebensjahr des Sohnes oder der Tochter. Das Kindergeld wird an die Eltern ausgezahlt, die es auch beantragen müssen. Studierende sind ebenfalls bis zum 25. Lebensjahr kostenlos in der Familienversicherung ihrer Eltern Mitglied. Dazu genügt es, der Krankenkasse die Immatrikulationsbescheinigung zu schicken. Für privat versicherte Beamtenkinder könnte es aber günstiger sein, in eine gesetzliche Krankenversicherung zu wechseln.

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