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Nähen für wenig Geld.

Studie

Schuften für C&A

Eine Studie zeigt: Näherinnen in Sri Lanka kommen oft nur mit Überstunden auf den Mindestlohn.

Der mehrfach für seine Bemühungen um Nachhaltigkeit ausgezeichnete Modekonzern C&A kann bei seinen Zulieferern offenbar keine menschenwürdigen Arbeitsbedingungen garantieren. Wie der „Spiegel“ berichtet, kommen Arbeiter in Textilfabriken Sri Lankas häufig nur durch Überstunden auf den gesetzlichen Mindestlohn von umgerechnet 79 Euro im Monat.

Das Magazin beruft sich unter anderem auf eine Studie, die die Christliche Initiative Romero (CIR) zusammen mit einer Partnerorganisation in Sri Lanka durchführte. Für die Untersuchung wurden 76 Arbeiter in zehn Fabriken befragt, fünf davon produzieren für C&A. Fast jeder zweite Befragte verdient demnach in der regulären Arbeitszeit nicht einmal den Mindestlohn.

Laut einem C&A-Sprecher werden alle Fabriken regelmäßig auditiert. Die Missstände seien Verstöße gegen den Verhaltenskodex für Lieferanten und würden nicht hingenommen. Aktivistin Anna Bryher warf dem Konzern dagegen vor, er toleriere die prekäre Lage vieler Arbeiter schon lange. Die Britin ist Hauptautorin einer Studie der Nichtregierungsorganisation Clean Clothes Campaign, die Löhne in der Textilindustrie untersucht hat.

Bei C&A sei „gar nichts“ erreicht worden, so Bryher. Die Studie führt das Unternehmen in der untersten Kategorie, mit Konzernen wie Adidas, H&M oder Zalando. C&A verweist auf die vom Unternehmen mitgegründete ACT-Initiative, die Tarifverträge auch in asiatischen Ländern durchsetzen will, bisher allerdings erfolglos. (kna)

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