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Nachtlinie der ÖBB von Wien nach Venedig.

Netz-Ausbau

Mit dem Nachtzug durch Europa

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Die Grünen wollen alle Hauptstädte der EU in ein Netz integrieren.

Die Grünen fordern den Aufbau eines europäischen Nachtzug-Netzes. „Wir wollen den Nachtzug in Europa wiederbeleben“, heißt es in einem Strategiepapier von Verkehrs- und Europapolitikern, das dem Redaktionsnetzwerk Deutschland vorliegt. Ein europäisches Nachtzug-Netz könne „eine attraktive Alternative“ zum innereuropäisches Flugverkehr: „Und es braucht attraktive Bahnangebote, wenn wir die international vereinbarten Klimaschutzziele erreichen wollen.“

Das Papier stammt von den Verkehrspolitikern Cem Özdemir, Matthias Gastel und Michael Cramer sowie von der Europapolitikerin Franziska Brantner. Sie beklagen, dass sich die Deutsche Bahn im Jahr 2016 vollständig aus dem Nachtzugverkehr mit Schlaf- und Liegewagen zurückgezogen habe: „Dass der Nachtzug in Europa aktuell keine signifikante Rolle spielt, ist eine Folge verfehlter Verkehrspolitik.“

Innerhalb eines „Zwölf-Stunden-Fensters“ seien Reiseweiten von bis zu 2000 Kilometern und darüber hinaus möglich. Es gehe um „ein europäisches Projekt“. Die Koordination eines Nachtzug-Netzes mit Anbindung aller Hauptstädte in der EU sowie weiterer Großstädte und Ballungsräume, solle auf europäischer Ebene erfolgen: „Mit dieser Maßnahme wollen wir die Europäische Eisenbahnagentur beauftragen.“ Das Projekt solle schrittweise bis 2030 umgesetzt werden. Grundsätzlich soll sich das Netz finanziell selbst tragen.

Die Deutsche Bahn (DB) hatte Ende 2016 – wie viele andere europäischen Bahnen auch – die Ära eigener Nachtzüge beendet. Bei 90 Millionen Euro Umsatz hatte die Sparte damals laut DB einen Jahresverlust von 30 Millionen Euro eingefahren. Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) übernahmen 42 Schlaf- sowie 15 Liegewagen der DB.

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