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Nachholbedarf

  • Daniel Baumann
    VonDaniel Baumann
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"Forschung ist die beste Medizin" ist ein hübsches Etikett. Doch bei der Umsetzung hapert es bei den "forschenden Arzneimittelherstellern". Jetzt holen die Konzerne nach, was sie verpasst haben.

Es ist ein hübsches Etikett, das sich die „forschenden Arzneimittelhersteller“ angeheftet haben. Seit einiger Zeit fahren sie an Flughäfen und in Werbespots die dazu passende Werbekampagne. Forschung ist die beste Medizin. Hätten sie sich nur an das gehalten, was sie selber verkünden!

Die Realität sieht anders aus. Sie ist von einer überalterten Produktpalette, Patentabläufen und wenigen wirklich innovativen Präparaten gekennzeichnet. Von den ungefähr dreißig Arzneimitteln, die in Deutschland in den vergangenen Jahren jährlich zugelassen worden sind, trägt, wenn überhaupt, knapp die Hälfte zu einer Verbesserung der medizinischen Versorgung bei.

Oftmals allerdings ist der Fortschritt marginal. Manches Krebspräparat verlängert zwar die Lebenszeit ? aber dann handelt es sich lediglich um wenige Monate. Das verschweigen die „Forschenden“ gerne. Sie haben es sich in den vergangenen Jahren bequem gemacht. Geringfügige Neuerungen genügten, um ein neues Patent zu erhalten ? und damit eine Lizenz zum Gelddrucken. Denn jedes Patent ist ein neues, zeitlich beschränktes Monopol. Und es wurde von den Herstellern genutzt, um die Preise in die Höhe zu schrauben.

Das bringt die Unternehmen jetzt in die Bredouille. In den Gesundheitssystemen weltweit herrscht enormer Sparzwang. Überall ? auch in Deutschland ? müssen die Pharmakonzerne deshalb künftig beweisen, dass die beworbenen Innovationssprünge ihrer Arzneimittel auch einen Preisaufschlag rechtfertigen. Gelingt ihnen das nicht, werden auch patentgeschützte Arzneimittel nicht mehr kosten dürfen als andere.

Damit lassen sich die vielen kleinen und die wenigen milliardenschweren Übernahmen in der Branche erklären. Begehrt sind Biotechfirmen. Denn bei ihnen war Forschung in den vergangenen Jahren wirklich Programm. 2009 kaufte Pfizer deshalb Wyeth, Roche übernahm Genentech. Nun ist Sanofi-Aventis mit Genzyme dran. Die Konzerne holen nach, was sie verpasst haben. Sie können das, weil sie im Geld schwimmen. Offenbar haben sie begriffen, dass auch bei schwindenden Umsätzen gilt: Forschung ist die beste Medizin.

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