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Das Scandic-Hotel in Berlin sponsert zum Beispiel eine Fußballliga für geistig behinderte Menschen, erzählt Seichter.

Scandic Hotels

Nachhaltiger Zimmerservice

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Ökologie und Ressourcenschutz sind bei den Scandic Hotels schon seit vielen Jahren Programm.

Umweltfreundlich, nachhaltig, bio – ein Trend, der schon länger anhält. Dabei geht es nicht nur um Essen oder Biodiesel, sondern auch um Dienstleistungen wie Hotelübernachtungen. Nachhaltig schlafen sozusagen. Viele Unternehmen schreiben sich den Schutz der Umwelt auf die Fahne. Ein Unternehmen, das nicht erst seit gestern auf Nachhaltigkeit setzt und dabei wirtschaftlich ist, ist die Scandic Hotelgruppe. Für ihr umfassendes Nachhaltigkeitskonzept wurde Scandic zuletzt auch im Wettbewerb „Deutschlands wertvollste Unternehmen“ ausgezeichnet.

Das Siegel ist das Ergebnis einer Studie des Instituts für Management- und Wirtschaftsordnung, die in wissenschaftlicher Begleitung des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) durchgeführt wurde. Die Bewertungsgrundlage sind die seit 2017 durch die EU geforderten Nachhaltigkeitsberichte für größere börsennotierte Unternehmen.

Die skandinavische Hotelkette hat schon 1993 angefangen, auf Nachhaltigkeit zu setzen. Seitdem hat sie ihr Konzept jedes Jahr ausgebaut. Mittlerweile betreibt sie 280 Hotels mit 55 000 Zimmern in sechs Ländern. Zwei Scandic-Hotels gibt es in Berlin, jeweils eins in Hamburg und Frankfurt. Das Besondere: Für Scandic bedeutet Nachhaltigkeit nicht nur, umweltfreundlich zu wirtschaften, sondern schließt auch Themen wie Inklusion, Barrierefreiheit und soziales Engagement ein.

„Als skandinavisches Unternehmen liegt uns das Thema Nachhaltigkeit und Natur sozusagen im Blut. Seit 2010 das erste Scandic-Hotel in Deutschland eröffnet wurde, setzten wir auch hier konsequent auf Nachhaltigkeit“, sagt Steffen H. Seichter, Direktor des Hamburger Scandic-Hotels. „Alles fing an, als ein Mitarbeiter 1993 die Frage stellte, ob jeder Gast wirklich jeden Tag ein frisches Handtuch braucht – seitdem gibt es in unseren Hotels entsprechende Hinweise und der Gast kann selbst entscheiden“, erzählt Seichter. Diese Hinweisschilder findet man heute in fast allen Hotels. „Scandic war wohl die erste Hotelmarke, welche kettenweit auf die Idee kam und so ein Zeichen für die Umwelt setzte“, sagt Scandic. Seitdem hat das Hotel das Thema Nachhaltigkeit immer weiter vorangetrieben. 30 Prozent aller Lebensmittel beim Frühstück sind bio- und Fairtrade-zertifiziert. Wenn man wollte, könnte man sich so ein komplettes Frühstück in Bio-Qualität zusammenstellen. 

Teilweise sind es aber auch Maßnahmen, die den wenigsten Kunden bei einem Hotelbesuch auffallen. „Scandic verzichtet auf Einwegartikel. Im Schnitt benutzt ein Hotelgast am Tag zehn bis fünfzehn Einwegartikel, von der abgepackten Butter und Marmelade bis hin zu einzeln verpackten Ohrstäbchen und Seifen“, so Seichter. Bei Scandic kann man übernachten, ohne auch nur ein einziges verpacktes Produkt zu benutzen. 

Seit dem Start in Deutschland bezieht Scandic Öko-Strom. In Hamburg und Berlin ist die Kette kürzlich zu einem lokalen Öko-Stromanbieter gewechselt. Denn auch die lokale Anbindung spielt eine wichtige Rolle in der Philosophie des Unternehmens. „Jedes Hotel begleitet im Jahr mindestens drei soziale, meist lokale Projekte“, sagt Seichter. 

Das Hotel in Berlin sponsert zum Beispiel eine Fußballliga für geistig behinderte Menschen, erzählt Seichter. In den neugebauten Hotels sind zehn Prozent der Zimmer barrierefrei. „Kürzlich fand in Hamburg die WM für Rollstuhl-Basketball statt. Wir waren das einzige Hotel in der Stadt, das genug barrierefreie Zimmer hatte, um alle Mannschaften aufzunehmen“, berichtet er. 

„Nachhaltigkeit ist nicht unbedingt teurer, wenn man richtig wirtschaftet und auch bereit ist, Standards neu zu definieren“, sagt Seichter. Durch nachhaltiges Betreiben eines Hotels kann nämlich auch Geld eingespart werden. „Bei Scandic in Deutschland gibt es zum Beispiel keine Tischwäsche, also auch keine Tischdecken. Oft wird für jeden Frühstücksgast neu eingedeckt. Bei uns nicht. Dadurch sparen wir zum Beispiel rund 100 Tonnen Wäsche im Jahr und damit auch die Kosten und Umweltbelastung durch etwa Reinigung, Transport, Waschmittel und Abwasser“ , so Seichter.

Nachhaltig schlafen kann man in Frankfurt übrigens auch bald in einem zweiten Scandic-Hotel, das in der Nähe der EZB eröffnet werden soll. 

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