Wenn schon online shoppen, dann gesammelt
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Wenn schon online shoppen, dann gesammelt.

Onlineshopping

Nachhaltiger im Netz einkaufen

  • vonTheresa Dräbing
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Klimaneutrale Lieferung, geringer Logistikaufwand, gute Arbeitsbedingungen - auf diese Kriterien können Verbraucher beim Onlineshopping achten.

Viele Dinge des Lebens bekommt man derzeit nur noch online. Kleidung, Spielsachen oder Sportgeräte – im Grunde alles, was es nicht in Lebensmittel-, Drogerie-, Baumärkten oder Apotheken gibt, die inmitten der Corona-Krise geöffnet haben dürfen. Nachhaltig ist permanentes Onlineshopping allerdings in aller Regel nicht. Der Versand erzeugt klimaschädliches Kohlenstoffdioxid. Wenn Artikel dann nicht gefallen und zurückgeschickt oder umgetauscht werden, verursacht das zusätzliche Emissionen. Doch das ist nicht der einzige negative Effekt in Sachen Nachhaltigkeit. Auch machen die Arbeitsbedingungen der Paketzusteller einen Unterschied – ob sie fair und gut bezahlt oder unter hohem Druck arbeiten müssen. Wem als Kunde auch beim Online-Shopping Nachhaltigkeit wichtig ist, kann einige Punkte beachten.

Regionale Onlineshops ansteuern

Tatsächlich bescheinigen viele Studien dem Online-Einkauf im Vergleich zum stationärem Shopping eine relativ gute Ökobilanz. Das, so schreibt der Rat für Nachhaltige Entwicklung, ein Expertengremium, das von der Bundesregierung berufen wird, sei allerdings nur der Fall, wenn man von einer Shoppingtour mit dem Auto ausgeht. Würde jeder Kunde für seine Einkäufe mehrere Kilometer mit dem eigenen Wagen zurücklegen, schnitte ein Lieferfahrzeug, das Fahrten bündelt, in der Umweltbilanz besser ab, so die Erklärung. Würden hingegen Bus oder Bahn genutzt oder gar der Weg zu den Geschäften mit dem Fahrrad oder zu Fuß bestritten, verschiebe sich die Bilanz zugunsten des stationären Shoppings.

Diese Vorteile lassen sich auch auf das Online-Shopping übertragen: Wenn Verbraucher also gezielt Webshops nutzen, die ihre Geschäfte und Lager in der Region haben. Nicht nur, dass lokale Geschäftsinhaber damit unterstützt werden, im besten Fall wird die Ware auch per Fahrradbote zugestellt. Selbst wenn die Lieferung per Auto kommt, sind die Wege kürzer und damit die erzeugten klimaschädlichen Emissionen geringer.

Wenn die Lieferung doch aus weiter entfernten Regionen kommen muss, können Kunden außerdem auf die Ökostrategien der Zustellfirmen achten. Die Deutsche Post DHL verspricht beispielsweise im Inland unter dem Label „Go Green“, Privatsendungen standardmäßig klimaneutral zu versenden. Generell bedeutet das Versprechen von Versandhandelsunternehmen, klimaneutral zuzustellen, aber nicht immer, dass auch keine Emissionen erzeugt werden. Manches Mal werden Transportwege auch mit CO2-Zertifikaten ausgeglichen. DPD zum Beispiel teilt mit, dass für nicht vermeidbare Transportemissionen im Gegenzug Projekte für erneuerbare Energien und saubere Energieerzeugung finanziert werden.

Einzelbestellungen und Retouren vermeiden

Wenn schon online shoppen, dann gesammelt: Jede einzeln geschickte Ware muss wieder mit einem Lieferfahrzeug transportiert werden, was unnötige Emissionen verursacht. Dasselbe gilt für zurückgeschickte Pakete. Hinzu kommt, dass Onlinehändler unterschiedlich mit den Retouren umgehen. Häufig ist es teurer, den jeweiligen Artikel auf Mängel zu prüfen und neu auszuzeichnen, als ihn einfach zu vernichten. Weswegen sich viele Onlinehändler für Letzteres entscheiden. Laut einer Erhebung der Universität Bamberg sind im Jahr 2018 schätzungsweise 280 Millionen Pakete und 487 Millionen Artikel retourniert worden. Das entspricht jedem sechsten bestellten Paket beziehungsweise jedem achten gekauften Artikel. Von denen sind nach den Angaben der Forscher circa 20 Millionen nach der Retoure entsorgt worden.

Genau abzuwägen, was man bestellt, hilft bei der Klimabilanz also ungemein. Vielleicht steht in der Beschreibung, ob das ausgewählte Kleidungsstück eher groß oder eher klein ausfällt, so dass man schon vorher die Größe abschätzen kann und nicht drei verschiedene Größen bestellen muss. Auch bei Möbelbestellungen sollte vorher Maß genommen werden, um Retouren so weit es geht zu vermeiden.

Keine Expresslieferungen

Wenn es nicht unbedingt nötig ist, sollten Verbraucher auf Expresslieferungen verzichten, empfiehlt der Rat für Nachhaltige Entwicklung. Kurze Lieferzeiten und Wunschuhrzeiten würden dazu führen, dass Zusteller weniger sparsam unterwegs sein müssten. Zudem steigt der Logistikaufwand. Wenn Wunschuhrzeiten aber dazu führen, dass Empfänger zum Zeitpunkt der Lieferung auch Zuhause sind, werden erneute Zustellversuche vermieden – wie auch eine höhere Belastung der Paketboten.

Auf gute Arbeitsbedingungen achten

Nachhaltigkeit bezieht sich nicht nur auf ökologische Aspekte, sondern auch auf soziale und demzufolge auf faire Arbeitsbedingungen. So operiert DHL zum Beispiel fast ausschließlich mit eigenen Zustellern, während die anderen großen Logistikunternehmen wie Hermes, DPD oder UPS oft mit Subunternehmen zusammenarbeiten. Der große Unterschied: Direkt angestellte Mitarbeiter werden nach Tarif bezahlt, die anderen nicht.

Welches Unternehmen im aber gute und welches weniger gute Arbeitsbedingungen für Zusteller im eigenen Bezirk bietet, ist für Kunden meist schwer einzuschätzen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, beim Online-Anbieter nach dem Firmenkodex im Bereich Sozialstandards zu fragen. Ansonsten kann jeder Kunde selber mithelfen und Belastungen verringern, indem wiederholte Zustellversuche vermieden werden.

Der Blaue Engel:  Das blau-weiße Kreissymbol zeigt an, dass strenge ökologische Kriterien bei der Produktion eingehalten werden oder bei der Nutzung die Umweltverträglichkeit im Vordergrund steht. Das Nachhaltigkeitssiegel findet sich zum Beispiel auf Büromaterialien, aber auch einigen Textilien.

Fairtrade:  Das Siegel legt seinen Schwerpunkt auf faire Arbeits- und Produktionsbedingungen, bezieht aber auch ökologische Kriterien mit ein. Mit dem Fairtrade-Symbol werden zum Beispiel Lebensmittel, Blumen oder einige Kosmetikprodukte gekennzeichnet. 

Theresa Dräbing

Das Textilbündnis reagiert auf die Corona-Krise: Die Unternehmen müssen 2020 nicht über ihre Anstrengungen für nachhaltigere Lieferketten berichten. Dabei waren die Kriterien gerade erst verschärft worden.

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