Wichtig für die Batterie-Produktion: das seltene Erz Kassiterit.	dpa
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Wichtig für die Batterie-Produktion: das seltene Erz Kassiterit.

Elektroautos

Nur nachhaltige Batterien

  • Thomas Magenheim-Hörmann
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BMW schließt eine Allianz mit dem schwedischen Zellhersteller Northvolt, um beim Klimaschutz zu punkten.

Die Zellproduktion ist eine ökologische Schwachstelle von Elektroautos. Blickt man auf deren Schadstoffbilanz über den gesamten Lebenszyklus, fallen 40 Prozent aller Kohlendioxid-Emissionen bei der Herstellung von Batteriezellen an. BMW will das ändern und künftig nur noch nachhaltig gefertigte Zellen verbauen. Dazu sind die Bayern eine Allianz mit dem schwedischen Zellhersteller Northvolt eingegangen. Ab 2024 bezieht BMW von ihm Zellen im Bestellvolumen von rund zwei Milliarden Euro. Gefertigt werden sie in Nordschweden ausschließlich mittels Wind- und Wasserkraft. „Für einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz wollen wir die gesamthafte Ökobilanz unserer Produkte verbessern“, erklärt BMW-Chef Oliver Zipse die Wahl des Lieferanten.

Mit Northvolt hat BMW nun einen dritten Zellpartner nach CATL aus China und Samsung SDI aus Südkorea gewonnen. Auch die müssen nachhaltig fertigen. „Wir haben mit unseren Zellherstellern vertraglich vereinbart, dass sie bei der Produktion nur noch Grünstrom verwenden“, sagt Zipse. Bei CATL und Samsung hat BMW bereits Zellen im Wert von gut zehn Milliarden Euro geordert. Auch die CATL-Zellen werden in Europa produziert. Die Chinesen bauen dazu ein Werk im thüringischen Erfurt. Auf eigene Zellfertigung verzichtet BMW im Gegensatz zu VW bisher und befürchtet keine Engpässe.

Nachhaltig sein will BMW bei Batterie und Zelle auch bei der Rohstoffbeschaffung. So beziehe man die Schlüsselrohstoffe Kobalt und Lithium zusammen mit Northvolt aus Minen, die Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards garantieren, beschwören die Münchner. Ab ihrer fünften Generation von Elektroantrieben, die ab 2021 zum Einsatz kommen, wollen sie zudem ohne seltene Erden in der Produktion auskommen. Außerdem werde auf recyclebares Zelldesign geachtet.

Allein durch die Verwendung von Grünstrom will BMW bei der Zellproduktion seiner Zulieferer binnen zehn Jahren rund zehn Millionen Tonnen Kohlendioxid einsparen – so viel wie die Millionenstadt München jährlich emittiert.

Zu Batterien für Elektroautos verbaut werden die Zellen in den BMW-Werken Dingolfing in Bayern, Spartanburg in den USA, Shenyang in China sowie auch in Thailand. Im Jahr 2023 wollen die Bayern 25 elektrifizierte Modelle auf der Straße haben und damit mehr als jeder andere Autobauer. Gut die Hälfte davon soll vollelektrisch fahren. Bis 2025 plant BMW mit einem jährlichen Absatzplus mit Elektroautos von etwa einem Drittel. 2021 soll jeder vierte und 2025 jeder dritte neu verkaufte Wagen elektrisch sein.

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