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Nachhaltige Anlagen verzeichnen hohen Zuwachs

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Von: Antje Mathez

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Mit mehr als 500 Milliarden Euro Gesamtvolumen erreicht die grüne Geldanlage in Deutschland Ende 2021 einen neuen Rekord.

Volker Weber lässt keine Zweifel an der Interpretation der Daten aufkommen: „Seit 2005 erhebt das FNG Marktzahlen für Deutschland, Österreich und die Schweiz. In diesem Jahr können wir einen historischen Marktbericht präsentieren“, sagt der Vorstandsvorsitzende des Forums Nachhaltige Geldanlagen (FNG) am Donnerstag in Berlin. „2021 wurden einige Schallmauern durchbrochen.“

Eine davon ist das Gesamtvolumen nachhaltiger Geldanlagen in Deutschland, das zum Stichtag 31. Dezember 2021 mit 501,4 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert erreicht hat. Zu den nachhaltigen Geldanlagen zählen dabei nachhaltige Publikumsfonds, Mandate und Spezialfonds sowie nachhaltig verwaltete Kunden- und Eigenanlagen. Zum Vergleich: Im Vorjahr hatte die Summe noch bei 335,3 Milliarden Euro gelegen.

Nachhaltige Publikumsfonds sind besonders beliebt

„So einen Zuwachs hatten wir lange nicht zu berichten“, erklärt Studienleiter Simon Dittrich, um gleich den nächsten „Knaller“ zu verkünden: Die Geldanlagen privater Anleger:innen hierzulande stiegen 2021 um 230 Prozent von 39,8 Milliarden auf den Rekordwert von 131,2 Milliarden Euro. Ihr Anteil an der Gesamtsumme erhöhte sich damit auf rund 36 Prozent.

Besonderen Zuspruch – bei privaten wie auch institutionellen Anlegern – erhielten mit rund 246 Milliarden Euro (plus 130 Prozent) sogenannte Publikumsfonds, also Fonds, die grundsätzlich jedem und jeder offenstehen. Allerdings dürfte es sich dabei zum Teil nicht um neu angelegte Gelder handeln, da in dem aktuellen Marktbericht erstmals auch Immobilienfonds zu den nachhaltigen Geldanlagen gezählt werden – auf sie entfallen 21 Prozent der Anlagen. 26 Immobilienfonds mit einem Gesamtvolumen von 72,2 Milliarden Euro wurden berücksichtigt.

Der Blick auf den Anteil nachhaltiger Geldanlagen am Gesamtmarkt in Deutschland „holt einen aber wieder auf den Boden zurück“, setzt Dittrich den Zahlenreigen fort. Dieser betrug 2021 rund 9,4 Prozent – deutlich mehr als vor einem Jahr (6,4 Prozent), aus Klimaschutzsicht aber immer noch viel zu wenig. Für 2022 erwarten laut FNG-Bericht beinahe alle befragten Fachleute ein weiteres Wachstum des nachhaltigen Kapitalmarktes.

Auf den aktuellen Skandal bei der Fondstochter der Deutschen Bank, der DWS, will das FNG nicht eingehen. Zwei Anmerkungen macht Weber dennoch: „Das zeigt, dass die Branche auf das Thema Greenwashing sehr sensibel reagiert.“ Und: Der Fall könne das Nachdenken über „Schärfegrade“ interner Standards forcieren; unabhängige Dritte, wie etwa das FNG, könnten dabei helfen.

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