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Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

  • VonRobert v. Heusinger
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Aufseher beschließen strengere Bankregeln

Konstruktive Verhandlungen meldeten die Unterhändler in Basel, am Sitz der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Noch vor 17 Uhr gestern seien die Notenbankchefs und Finanzaufseher der 27 wichtigsten Staaten halbwegs gut gelaunt auseinandergegangen, hieß es. Sie hatten sich am Sonntag in der Zentralbank der Zentralbanken getroffen, um die wichtigste Lehre aus der Finanzkrise zu ziehen: strengere Eigenkapitalvorschriften für Banken, salopp mehr Puffer für unerwartete Verluste, technisch „Basel III“ genannt. Spätestens Montagmittag werde der Vorsitzende des Baseler-Ausschusses, Jean-Claude Trichet, Chef der Europäischen Zentralbank, die Einigung verkünden.

Während die Aufseher noch um die letzten Details rangen, war ihnen bereits klar, dass der nächste Kampf noch schwieriger wird. Denn die mächtigen Bankenlobbys fahren immer schwerere Geschütze auf. Sie werden viele Horrorszenarien entwerfen, um die strengeren Vorschriften aufzuweichen, bevor sie Gesetz werden.

Die europäischen Institute seien sehr besorgt über die Konsequenzen der neuen Vorschriften für die Kreditvergabe, betonte der Chef der italienischen Großbank Unicredit, Alessandro Profumo. Er ist derzeit Präsident des Europäischen Bankenverbandes EBF. Auch der führende US-Verband kritisierte, die geplanten Vorgaben schränkten den Spielraum für Kredite an Unternehmen ein. Deutschland hatte sich für mildere Vorschriften vor allem für die kapitalmarktfernen Sparkassen und Volksbanken eingesetzt.

Im Kern geht es in den Gesprächen darum, dass die Banken künftig mehr Kapital vorhalten sollen, um für Krisen besser gewappnet zu sein. Die neuen Regeln sollen ab 2013 in Kraft treten, bei Übergangsfristen von bis zu zehn Jahren. Eckpunkten zufolge verlangen die Aufseher eine Kernkapitalquote von sechs Prozent sowie oben drauf einen Puffer von bis zu drei Prozent. Davon soll ein großer Teil hartes Kernkapital sein, also Stammkapital und Gewinnrücklagen.

Allein die zehn größten deutschen Banken stehen damit nach eigenen Angaben vor der Notwendigkeit, sich für ihr Eigenkapital in den kommenden Jahren mehr als 100 Milliarden Euro zu besorgen – entweder über Kapitalerhöhungen oder aus ihren Gewinnen. Die Deutsche Bank prescht vor und wird bereits am Montag die Konditionen ihrer Kapitalerhöhung von mindestens 9,8 Milliarden Euro bekanntgeben. Ein Teil dient dazu, für die strengeren Eigenkapitalvorschriften gewappnet zu sein, der andere zur Übernahme der Postbank. ( mit rtr)

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