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Kuren

Mutter-Kind-Kuren: Kaum Hilfe für Familien

  • Antje Mathez
    VonAntje Mathez
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Das Müttergenesungswerk leidet unter den Folgen der Corona-Krise und fordert von der Bundesregierung, den Schutzschirm zu verlängern.

Familien leiden besonders unter der Corona-Krise.

Die Corona-Krise ist noch nicht vorbei“, warnt Anne Schilling am Dienstag bei der Jahrespressekonferenz des Müttergenesungswerks (MGW). Und man hat den Eindruck, dass sie das Wort ‚Krise’ ganz besonders betont. Denn, so berichtet die Geschäftsführerin der Stiftung, während im ganzen Land die Hoffnung auf Normalität aufkomme, herrsche in den Kliniken weiterhin der Ausnahmezustand.

Und das vor allem in finanzieller Hinsicht. Deshalb haben Schilling und Svenja Stadler, die Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung, die deutschlandweit in 73 Kliniken Mutter- oder Vater-Kind-Kuren anbietet, den Dienstag gewählt, um ihre Bilanz des vergangenen Jahres vorzulegen. Denn gestern ist der Corona-Rettungsschirm der Bundesregierung, der auch die Kliniken eingeschlossen hatte, ausgelaufen. Ein neuer ist nicht geplant. Genau das aber, so Schilling und Stadler, sei „existenzbedrohend“ für die Häuser. Keine Klinik könne unter den aktuellen Bedingungen wirtschaftlich arbeiten. Die Stiftung fordert deshalb eine Verlängerung des Schutzschirms bis Ende 2021 und 60 Prozent Ausfallzahlungen.

Monatelange Schließungen im ersten Lockdown und danach die Minderbelegung zur Einhaltung der geltenden Hygienekonzepte und Abstandsregelungen lasten schwer auf den Kliniken. Hinzu kamen und kommen viele kurzfristige Absagen durch die Kurgäste. Viele hatten Angst vor einer Ansteckung oder die Sorge, die Kinder könnten noch mehr Unterricht verpassen. Nach Angaben des MGW kamen 2020 rund 35 Prozent weniger Kurteilnehmer:innen für eine Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahme in eine der Kliniken. Die Belegungszahlungen der Krankenkassen an die Häuser brachen auf 57 Prozent ein. „Die Rücklagen der Kliniken sind aufgebraucht“, mahnt Stadler.

Aktuell müssen sie im Falle einer Positivtestung jederzeit darauf vorbereitet sein, Teile oder ganze Kurgänge zu schließen. Gleichzeitig entstehen Mehrkosten durch den erhöhten Personal- und Sachaufwand sowie regelmäßige Testungen. Das müsse auch so sein, erklärt Schilling. Schließlich gehörten ihre Gäste zu der Bevölkerungsgruppe, die zum überwiegenden Teil nicht geimpft sei.

Enorme Einnahmedefizite für Mutter-Kind-Kliniken

Die Einnahmedefizite seien enorm, so Stadler. Derzeit liege die Belegung bei 50 bis 90 Prozent. Um wirtschaftlich arbeiten zu können, bräuchten die Kliniken schon in normalen Zeiten eine Auslastung von 95 Prozent. „Deshalb ist die Verlängerung des Rettungsschirm bis Ende 2021 wichtig“, betont die Kuratoriums-Chefin. „Sie sorgt für Planungssicherheit bei den Kliniken. Darauf sind sie jetzt dringend angewiesen.“

Zumal der Bedarf an den Einrichtungen absehbar zunehmen wird. Familien und Alleinerziehende waren in der Pandemie stark belastet und sind vielfach am Ende ihrer Kräfte. Stadler mahnt deshalb: „Wir können es uns nicht leisten, die Infrastruktur und Expertise für Mütter, für Väter und auch für pflegende Angehörige aufs Spiel zu setzen.“

Rubriklistenbild: © Christian Fernandez Gamio

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