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Das Müllproblem hat viele Väter

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Von: Stefan Sauer

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Müllberge türmen sich vielerorts auf deutschen Straßen und Gehwegen.
Müllberge türmen sich vielerorts auf deutschen Straßen und Gehwegen. © imago

Müll verursacht immer größere Probleme. Ökosysteme werden durch den Abfall irreparabel geschädigt. Die Politik muss endlich konsequent handeln. Ein Kommentar.

Immer mehr Abfall gebiert immer größere Probleme. Selbst die Weltmeere sind mittlerweile mit winzigen Kunststoffpartikeln durchsetzt. Sie schädigen Ökosysteme irreparabel, vergiften Pflanzen, Tiere und – am Ende der Nahrungskette – auch den Menschen. Das Müllproblem hat viele Väter: private Haushalte, Gastronomiebetriebe und Einzelhändler, vor allem aber die Hersteller von Einweg-Produkten und Verpackungen.

Daher ist es mit humorvollen Mülleimer-Aufschriften und Umwelterziehung in der Kita nicht getan. Die Politik muss endlich konsequent handeln, um die Lebensmittel-, Konsumgüter- und Verpackungsindustrie zum Umlenken zu bewegen.

Was tun? Kommunen könnten dem Vorbild der Schweizer Hauptstadt Bern folgen, die Einweg-Geschirr auf Großveranstaltungen komplett untersagt hat. „Waste-Watcher“, wie sie die Stadt Hamburg eingestellt hat, könnten auch andernorts nach Abfallsündern fahnden, um sie mit drastischen Bußgeldern zu bestrafen.

Der Bund könnte mit einer saftigen Abfallsteuer dafür sorgen, dass Ex-und-hopp zum Auslaufmodell wird, wenn etwa der Kaffee im Einwegbecher einen Euro mehr kostet als im mitgebrachten Mehrwegbehältnis. Das Gleiche gilt für die meist völlig unnötigen Kunststoffverpackungen für Obst und Gemüse. Denkbar wären auch direkte Abgaben der Hersteller und drakonische Strafen für Abfallsünder.

Es ist höchste Zeit zu handeln. Und zwar konsequent.

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