Umwelt

Müll in der Tiefsee

Plastik zersetzt sich auf Meeresgrund nicht.

Wissenschaftler haben in der Tiefsee vor der Küste Perus eine rund 20 Jahre alte Quarkpackung und eine ähnlich alte Mülltüte gefunden – und beide waren trotz der Jahrzehnte im Wasser noch wie neu. Es habe sich gezeigt, „dass weder die Tüte noch die Quarkpackung Zeichen von Fragmentierung oder sogar Abbau in ihre Bestandteile aufwiesen“, sagt der Biochemiker Stefan Krause vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel.

Der Fund, über den ein Team um Krause im Fachjournal „Scientific Reports“ berichtet, bietet erstmals einen fundierten Anhaltspunkt über das Schicksal von Plastik auf dem Tiefseeboden. Bislang gibt es dazu kaum Langzeitdaten, weil gefundene Kunststoffe selten konkret datiert werden können. In diesem Fall aber ist eine Datierung auf die Jahre 1989 bis 1996 möglich.

Bei der Analyse der Kunststoffe fiel den Wissenschaftlern auf, dass auf den Verpackungen eine andere Mikrobengemeinschaft siedelte als am Meeresboden der Umgebung. „Die Mikroben kommen alle im Tiefseeboden vor. Aber offenbar könnten größere Ansammlungen von Kunststoff lokal für eine Verschiebung im Verhältnis der vorherrschenden Arten sorgen“, sagt Krause. Damit könne Plastikmüll auf dem Meeresboden künstliche Lebensräume schaffen und so die Funktionsfähigkeit des Ökosystems gefährden. (dpa)

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