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Der Mount Kenya ist mit knapp 5200 Metern das zweithöchste Bergmassiv Afrikas.
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Der Mount Kenya ist mit knapp 5200 Metern das zweithöchste Bergmassiv Afrikas.

Erderwärmung

Katastrophale Folgen des Klimawandels: Mount Kenya bald ohne Schnee

  • Johannes Dieterich
    VonJohannes Dieterich
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Die Klimakrise trifft auch Hauptattraktionen des afrikanischen Kontinents, warnt die Weltorganisation für Meteorologie in einer Studie.

Mount Kenya - Die Staaten des afrikanischen Kontinents, die weniger als vier Prozent zum weltweiten Ausstoß der für die Erhitzung der Erdatmosphäre verantwortlichen Emissionen beitragen, haben unter den Folgen des Klimawandels weit mehr zu leiden als andere Regionen der Erde. Dies geht aus einer jetzt veröffentlichten Studie der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hervor.

Danach werden bis in zehn Jahren fast 120 Millionen unter der Armutsgrenze lebende Bewohner:innen des Kontinents gegen zusätzliche Dürren, Überflutungen oder extreme Hitze zu kämpfen haben: Die Klimaexzesse drohen bis Mitte dieses Jahrhunderts rund drei Prozent des afrikanischen Wirtschaftsvolumens zu vernichten.

Klimawandel in Afrika: Touristische Hauptattraktionen massiv betroffen

Besonders drastisch fällt der Klimawandel für einige der touristischen Hauptattraktionen des Kontinents aus. Die Gletscher des Kilimandscharo, des Mount Kenya sowie des ugandischen Ruwenzori-Gebirges werden spätestens in den 40er Jahren verschwunden sein. Mount Kenya könne bereits im kommenden Jahr seine weiße Kappe einbüßen, heißt es weiter in dem Bericht: „Es wäre das erste Bergmassiv der Welt, das sein Eis wegen des von Menschen verursachten Klimawandels verliert.“

Sowohl die Temperatur der Ozeane wie über dem Festland nimmt in und um Afrika offenbar stärker als in anderen Teilen der Welt zu. Der Wasserspiegel des südlichen Atlantiks steigt derzeit um 3,6 Millimeter, der des Indischen Ozeans sogar um 4,1 Millimeter an. Zum Vergleich: Der Pegel des Mittelmeers nahm in den vergangenen zwei Jahrzehnten um durchschnittlich rund 2,6 Millimeter im Jahr zu. Auch die Luft, die seit 1951 im weltweiten Durchschnitt um 0,15 Grad pro Dekade wärmer wurde, heizt sich in Afrika schneller auf: Hier war das vergangene Jahr um 0,86 Grad heißer als die Durchschnittstemperatur der vergangenen drei Jahrzehnte.

Mit den erhöhten Temperaturen gingen im vergangenen Jahr bislang beispiellose Überschwemmungen in weiten Teilen des Kontinents einher. Im Sudan und Südsudan erreichte der Nil einen historischen Höchststand: Auch der Viktoria-See sowie der Niger traten über ihre Ufer und zerstörten die Ernten von Millionen von Menschen. Dafür wurden Regionen am Golf von Guinea und im Nordwesten Afrikas von Dürren heimgesucht: In Madagaskar herrscht derzeit eine Hungersnot, nachdem die Regenzeiten dort wegen der Erwärmung des Indischen Ozeans mehrere Jahre lang erbärmlich ausfielen.

Klimawandel trifft Afrika besonders hart: Ernährung nicht gesichert

Der Anteil der Bevölkerung des Kontinents, deren Ernährung wegen der Klimakapriolen nicht mehr sichergestellt ist, sei im vergangenen Jahr um 40 Prozent gestiegen sein, heißt es in der Studie, an der auch die Kommission der Afrikanischen Union (AU), die Wirtschaftskommission für Afrika (ECA) sowie mehrere Fachinstitute beteiligt waren.

Um schlimmeren Folgen des Klimawandels begegnen zu können, braucht der Kontinent nach Berechnungen der Fachleute jährlich bis zu 50 Milliarden US-Dollar. Damit müssten Infrastrukturmaßnahmen wie Dämme, Drainagen aber auch Wasserreservoire und Brunnen sowie Warnsysteme für sich anbahnende Klimakatastrophen finanziert werden.

Folgen des Klimawandels in Afrika: Kontinent bräuchte wesentlich mehr finanzielle Unterstützung

Auf dem Pariser Klimagipfel 2015 hatten sich die Industrienationen zu einer jährlichen Zahlung von 100 Milliarden US-Dollar für Schutzmaßnahmen gegen Klimaschäden an Entwicklungsländer verpflichtet: Allerdings wurde dieses Ziel niemals erreicht, vor zwei Jahren floss mit knapp 80 Milliarden Dollar der bislang höchste Ausgleich.

Von den Zahlungen aus dem globalen Norden pflegen durchschnittlich 42 Prozent nach Asien und lediglich 26 Prozent nach Afrika zu gehen – nicht einmal die Hälfte der Summe, die Afrikas Staaten zur Eindämmung der Klimaschäden tatsächlich brauchen. (Johannes Dieterich)

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