Doc Morris

Doc Morris unterliegt

Die Apothekenautomaten der Versandapotheke bleiben auch weiterhin verboten.

Der bundesweit erste Apothekenautomat von Doc Morris bleibt bis auf weiteres außer Betrieb. Das Oberlandesgericht Karlsruhe bestätigte jetzt das vom Landgericht Mosbach verhängte Verbot: Der Automat sei wettbewerbswidrig. Doc Morris, eine europaweit tätige Versandapotheke aus den Niederlanden, hatte vor zwei Jahren in der baden-württembergischen Gemeinde Hüffenhardt den ersten Automaten hierzulande in Betrieb genommen. Das Projekt wurde nach einigen Wochen gerichtlich gestoppt.

Bei der „pharmazeutischen Videoberatung mit angegliederter Arzneimittelabgabe“ konnten Kunden per Video Kontakt mit einem Apotheker in den Niederlanden aufnehmen und Medikamente aus einem Automaten erhalten. Nun aber waren Klagen des Landesapothekerverbands Baden-Württemberg, von zwei Apothekern aus der Umgebung und eines Kölner Apothekers erfolgreich, der eine Online-Apotheke betreibt.

Das OLG sieht einen Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz. Verschreibungspflichtige Medikamente dürften nur von Apotheken an Verbraucher abgegeben werden. Es sei kein Versand an den Endverbraucher, wenn die Arzneimittel zunächst ohne konkrete Bestellung in Hüffenhardt gelagert und dann auf Kundenwunsch abgegeben werden, so das OLG. „Ein Versandhandel setzt eine Bestellung des Endverbrauchers zeitlich vor der Bereitstellung, Verpackung und Absendung des Arzneimittels voraus.“ Auch genügen die Kontrollen per Video nach Ansicht des Gerichts nicht den Vorschriften der deutschen Apothekenbetriebsordnung.

Eine Revision gegen die Urteile wurde nicht zugelassen. Doc Morris kann aber Nichtzulassungsbeschwerde einlegen und so vor den Bundesgerichtshof ziehen. (dpa)

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