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Tische, Sofas und Betten sind beim Internet-Shop Home24 derzeit besonders gefragt. dpa
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Tische, Sofas und Betten sind beim Internet-Shop Home24 derzeit besonders gefragt. dpa

Onlinehandel

Möbel aus dem Netz

  • Jakob Maurer
    vonJakob Maurer
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Sofas, Tischen und Betten - der Onlinehandel profitiert stark in der Corona-Krise. Wer bestellt, muss sich allerdings auf lange Lieferzeiten einstellen.

Der Online-Möbelhandel setzt seinen Höhenflug in der Pandemie fort. Bereits Ende Januar hatte der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (BEVH) für das abgelaufene Jahr mitgeteilt, dass die Sparte „Home & Living“ beim Umsatz mit einem Plus von 16,1 Prozent sogar über dem Durchschnitt aller Warengruppen lag. Von knapp elf Milliarden Euro Umsatz 2019 kletterte die Branche demnach im vergangenen Jahr auf 12,675 Milliarden Euro.

Diesen Trend stützen die Geschäftszahlen, die der Berliner Online-Möbelhändler Home24 am Dienstag vorlegte. Im Schlussquartal des vergangenen Jahres sei der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 50 Prozent auf 152 Millionen Euro gestiegen, teilte das im S-Dax notierte Unternehmen mit. Auf Jahressicht wuchsen die Umsätze um 42 Prozent auf 492 Millionen Euro. Einen Jahresabschluss legt Home24 erst Ende März vor. Die gute Auftragslage setzt sich unterdessen fort: Im Januar erhöhten sich die Bestellungen um mehr als 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

„Tische, Sofas, Betten – bei uns sind insbesondere traditionelle Großmöbel gefragt“, sagte Home24-Chef Marc Appelhoff der Frankfurter Rundschau. Sein Unternehmen blicke auf ein „hervorragendes Jahr“ zurück. Man fühle sich besonders in einem Punkt bestätigt: „Die Online-Durchdringung im vergangenen Jahr ist signifikant angestiegen, so wie wir es seit zehn Jahren erwartet haben.“ Konnte die Möbelsparte bislang weniger Kund:innen im Internet erreichen als etwa Mode- oder Elektronikunternehmen, hat der Anteil laut Appelhoff 2020 stark zugenommen.

„Der Onlinehandel ist klarer Profiteur der Corona-Krise“, teilt auch Christian Haeser, Geschäftsführer des Handelsverbands Möbel und Küchen (BVDM), der FR mit. Online und offline zusammengerechnet werde der Möbel-, Küchen- und Einrichtungsfachhandel „aller Voraussicht trotz Corona im Jahr 2020 den Umsatz des Vorjahrs mit rund 34,5 Milliarden Euro Jahresbruttoumsatz leicht übertreffen“.

Neben dem reinen Onlinehandel habe auch „Click & Collect“ zugelegt, teilte Haeser mit. Mit diesem System, bei dem Online-Bestellungen in einem stationären Einzelhandelsgeschäft abgeholt werden, konnte beispielsweise der Einrichtungsriese Ikea Ausfälle kompensieren, der seine Märkte weiterhin geschlossen hat.

Was bei Kundinnen und Kunden aktuell vermutlich des Öfteren Frust auslöst, sind längere Lieferzeiten. „Ware, die normalerweise sofort verfügbar ist, ist derzeit häufiger ausverkauft“, räumte Appelhoff ein. Bei diesen Produkten käme es durchschnittlich zu einer Verzögerung von bis zu zwei Monaten. Das liege unter anderem daran, dass die Lieferung von Rohmaterialien verzögert sei. Haeser bestätigte dies: „Aktuell beobachten wir Verknappungen der Lieferkapazitäten und der Rohstoffe.“ Vor allem Schaumstoff und Spanplatten fehlten.

Doch nicht alle profitieren von der aktuellen Entwicklung. So wendete sich am Montag der Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM) in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (beide CDU). Darin forderte die Verbandsspitze ein Öffnungskonzept für den Einzelhandel. Mittlerweile sei der „industrielle Kern der Branche bedroht“. Man erlebe einen „drastischen Rückgang der Auftragseingänge“ und halte „eine abgesicherte Öffnung ab spätestens 1. März für dringend erforderlich“.

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