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Franziska Hannig hat das Frankfurter Sportbikini-Label Inaska gegründet.

Gründerpreis

Modische Bikinis aus Fischernetzen

Kreative Ideen, mutige Entscheidungen, soziale Wirkung: Der Hessische Gründerpreis zeichnet besondere Gründerinnen und Gründer aus. Die Frankfurter Rundschau stellt als Medienpartner die Finalisten vor. Diesmal: Inaska.

Franziska Hannig hat das Frankfurter Sportbikini-Label Inaska gegründet. Es verbindet Style mit Nachhaltigkeit.

Wer braucht Sie?
Nachhaltigkeit ist kein Trend mehr, sondern ein Muss. Die kommenden Generationen sind von unserem Verhalten auf der Erde abhängig. Wir können einen Unterschied machen. Jetzt. Deshalb haben wir Inaska entwickelt, eine Marke, die Activewear und ökologisches Bewusstsein verbindet. Unsere Produkte werden nachhaltig in Portugal produziert und schonen natürliche Ressourcen durch die Verwendung von recycelten Fischernetzen. Unser Ziel ist es, mit unseren Werten und unseren Eco-Produkten ein Umdenken der Gesellschaft herbeizuführen. Wir möchten bewusst machen, dass jeder Einzelne von uns einen enormen Einfluss auf die Umwelt hat und dass jeder aktiv zu einem Wandel in der Modebranche beitragen kann.

Bikinis aus recycelten Fischernetzen – warum nicht direkt Netzstrumpfhosen?
Klingt nach einer guten Idee, da sind wir noch gar nicht draufgekommen. Fischernetze haben aber leider in der Regel keinen feinen Nylonanteil, sondern sind eher grob verknüpft, das würde wahrscheinlich ziemlich einschneiden. Vermutlich hätte man nach dem Tragen ein Grillmuster auf der Haut – und das ist dann wortwörtlich Geschmackssache.

Wer hat in Sie investiert/wer nicht?
Wir haben von Anfang an einen Großteil auf Eigenkapital gesetzt, zudem hat die KFW in uns investiert.

Was war die größte Hürde?
In unserem Fall war vor allem das erste Gründungsjahr eine enorme Herausforderung. Bei der Gründung im Januar 2016 war mein Sohn gerade drei Monate jung. Wäre ich vor Geburt unseres Sohnes nicht so naiv gewesen, dass man ein Startup parallel mit Baby locker stemmen kann, dann würde es Inaska heute vielleicht nicht geben.

Wo brennt es im Betrieb?
Wir sind nur drei Leute, die das komplette Unternehmen stemmen. Es fehlt also vor allem manchmal an unseren Kapazitäten. Wir können nicht alle Mails innerhalb von zehn Minuten beantworten, auch wenn wir das total gerne würden. Und manchmal müssen wir unsere kreativen Ideen ein wenig hintenanstellen, da wir erst das laufende Geschäft managen müssen.

Was ist der große Traum?
In fünf Jahren wollen wir immer noch das repräsentieren, was wir jetzt schon sind. Außerdem wollen wir mehr Präsenz zeigen und deshalb unser Firmenkundengeschäft stark ausbauen. Wir möchten weitere Kategorien in unser Sortiment aufnehmen und neue innovative Eco-Materialien. Außerdem wollen wir eine Upcycling-Kollektion integrieren, die Verschnitt, defekte Artikel und Stoffreste verarbeitet. Diesen Teilen wollen wir ein zweites Leben schenken, indem wir etwas Neues aus ihnen kreieren. Zusätzlich wollen wir eine Tauschbörse starten, auf der Kundinnen nicht passende Teile unter sich tauschen können. Auch in der Umweltbildung wollen wir vorangehen.

Das sagt die Jury:
Upcycling von Fischernetzen ist ein kleiner, aber wirksamer Beitrag gegen Plastikmüll im Meer. Nachhaltige und greifbare Idee mit toller „Nebenwirkung“.

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