Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Um für 2045 in die Spur zu kommen, muss der CO2-Ausstoß laut der Untersuchung bereits im laufenden Jahrzehnt deutlich stärker sinken als bisher von der Bundesregierung geplant.
+
Um für 2045 in die Spur zu kommen, muss der CO2-Ausstoß laut der Untersuchung bereits im laufenden Jahrzehnt deutlich stärker sinken als bisher von der Bundesregierung geplant.

Klimaschutz

Mit dem Turbo zur Netto-Null

  • Joachim Wille
    VonJoachim Wille
    schließen

Thinktanks legen ein Konzept vor, wie Deutschland die Klimaneutralität schneller erreichen könnte. Deutschland könne auf diesem Feld zum „Leitanbieter“ werden.

Deutschland soll bis 2050 keine klimaschädlichen Gase mehr ausstoßen, so lautet das offizielle Ziel der Bundesregierung. Drei Thinktanks haben nun eine Studie vorgelegt, wonach das auch schon bis 2045 machbar ist. Diese schnellere Gangart beim Klimaschutz sei zudem aus wirtschaftlichen Gründen zu empfehlen, meinen sie. Das Argument: Nur diejenigen Volkswirtschaften, die sich bei den Klimaschutz-Technologien an die Spitze setzten, würden sich auf den „Märkten von morgen“ behaupten. Deutschland könne hier zum „Leitanbieter“ werden.

Laut dem Gutachten „Klimaneutralität 2045“ würde das vorgezogene Ziel der „Netto Null“ bei den Treibhausgasen dazu führen, dass Deutschland insgesamt rund 900 Millionen Tonnen weniger Emissionen ausstoßen würde. Keine unerhebliche Menge angesichts des Gesamtbudgets von neun Milliarden Tonnen CO2, das die Bundesrepublik gemäß den Vorgaben des Pariser Klimavertrages überhaupt nur noch zur Verfügung hat.

Um 2045 zu schaffen, muss der Umbau der Energieversorgung laut der Expertise deutlich beschleunigt und die Energienutzung sparsamer werden. Stichworte: Hochfahren der erneuerbaren Energien, Elektrifizierung des Verkehrs, Einsatz von grünem Wasserstoff in der Industrie, energetische Sanierung der Gebäude – überall brauche es einen Turbo. Finanziert haben die Studie die Thinktanks Stiftung Klimaneutralität, Agora Energiewende und Agora Verkehrswende. Erarbeitet wurde sie von Prognos, Öko-Institut und Wuppertal-Institut.

Um für 2045 in die Spur zu kommen, muss der CO2-Ausstoß laut der Untersuchung bereits im laufenden Jahrzehnt deutlich stärker sinken als bisher von der Bundesregierung geplant. Konkret: Die Emissionen sollen um 65 statt um 55 Prozent gegenüber dem Basisjahr 1990 sinken. Bisher erreicht sind rund 40 Prozent. Das deutsche Ziel muss allerdings ohnehin angehoben werden, um mit dem verschärften EU-Ziel kompatibel zu sein. Es wird von minus 40 auf mindestens 55 Prozent angehoben.

Um 2030 sähe die Energielandschaft bereits deutlich anders aus als heute. Der Kohleausstieg wäre bereits geschafft statt, wie im Kohlekompromiss beschlossen, noch bis 2035 oder 2038 zu laufen. Der Anteil der erneuerbaren Energie an der Stromproduktion läge bei rund 70 Prozent, und zwar bei einem – unter anderem wegen der E-Mobilität – deutlich gewachsenen Elektrizitätsbedarf, es gäbe sechs Millionen Wärmepumpen zur Heizung von Gebäuden sowie 60 Milliarden Kilowattstunden sauberen Wasserstoffs pro Jahr für Industrieanwendungen.

Bis 2030 müssen nach der Blaupause der Thinktanks bereits rund 14 Millionen E-Autos auf den Straßen sein, ab 2032 sollen dann keine neuen Benzin- oder Diesel-Pkw mehr neu zugelassen werden. Die Lkw-Flotte würde auf Oberleitungen an Autobahnen, Batteriebetrieb oder synthetische Kraftstoffe umgestellt,

Diese Ziele sind deutlich ambitionierter als diejenigen im aktuellen, noch nicht an das EU-Ziel angepassten Klimaprogramm der Bundesregierung für 2030, sie liegen teils um das Drei- und Vierfache höher. Die nächste Regierung wird also deutlich nachschärfen müssen. Die Thinktanks meinen denn auch, die Wahl im Herbst wird „zu einer entscheidenden Wegmarke für den Klimaschutz“.

Nach 2030 sollen die Emissionen laut dem Konzept dann bis 2045 sukzessive auf fünf Prozent sinken. Der Rest soll aus der Luft geholt werden – per Biomasse-Verbrennung mit CO2-Speicherung und durch direkte Abscheidung von CO2 aus der Luft.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare