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Missglückter Start in die US-Berichtssaison

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Von: Dorothee Holz

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Bulle und Bär.
Bulle und Bär. © dpa

Kunden halten sich wegen der andauernden Krise zurück. Neben der schwächelnden Nachfrage lässt eine Zustimmung von der Slowakei im zweiten Anlauf die Finanzmärkte gelassene Hoffnung schöpfen.

Die europäische Schuldenkrise hat Folgen für die reale Wirtschaft, wirkt sich also auf die Geschäfte von Unternehmen aus. Denn diese Krise führt zu einer wachsenden Unsicherheit, weswegen sich die Kunden zurückhalten. Zu dieser Einsicht gelangte Klaus Kleinfeld, der deutsche Chef des amerikanischen Aluminiumriesen Alcoa. Alcoa litt im dritten Quartal unter einer schwächeren Nachfrage nach dem leichten Metall in Europa und spricht auch für den Rest des Jahres von trüben Rahmenbedingungen. Zwischen Juli und September hat Alcoa den Gewinn zwar fast auf 172 Millionen Dollar verdreifacht. Doch das Ergebnis lag mit 15 Cent je Aktie deutlich unter den Erwartungen. Darauf haben Anleger scharf reagiert, die Aktien brachen nach Börsenschluss in New York um fünf Prozent ein. Jetzt spricht man schon von einem miss-glückten Auftakt in die US-Bilanzsaison, weil Alcoa auch als Gradmesser für die Konjunktur gilt.

Das hat die Stimmung in Tokio belastet, der Nikkei büßte 0,4 Prozent ein, schloss bei 8.738 Punkten.

Börsianer hoffen auf "Ja" von der Slowakei

Die Schuldenkrise bleibt weiter das bestimmende Thema an den Finanzmärkten. Da gibt es positive und negative Nachrichten. So stehen die Chancen gut, dass Griechenland nach einer Empfehlung der Troika bis Ende des Jahres Geld erhält. Das Nein der Slowakei zum erweiterten Euro-Rettungsfonds ist aber ein weiterer Rückschlag. Dennoch reagieren die Akteure an den Finanzmärkten recht gelassen darauf. Denn man hofft, dass die Slowakei den Fonds in einer weiteren Abstimmung doch noch durchwinken wird. Der Euro hat etwas nachgegeben, hält sich aber weiter deutlich über der Marke von 1,36 Dollar.

Die Hängepartie in Sachen Rettungsfonds dürfte aber am deutschen Aktienmarkt zu Bremsspuren führen. Broker rechnen mit einem Minus von 0,75 Prozent zum Handelsstart.

Die Bankbranche dürfte ein weiterer Belastungsfaktor sein. Zwei US-Ratingagenturen – Standard & Poor’s sowie Fitch – haben den Daumen über einige südeuropäische Banken gesenkt. Standard & Poor‘s senkte das Rating von zehn spanischen Geldhäusern mit Verweis auf die sich eintrübenden Wirtschaftsaussichten. Fitch hatte sowohl spanische als auch italienische Banken im Visier, als Folge der Abstufung des Kreditratings beider Länder in der vergangenen Woche.

Bankenbranche rebelliert gegen Zwangshilfen

Das dürfte die Diskussionen um eine bessere Kapitalausstattung der Europäischen Banken weiter befeuern. Die Deutsche Bankenbranche wehrt sich aber heftig gegen Zwangshilfen vom Staat. Zuerst müssten sich die Banken selbst Kapital besorgen, so der Verband der Deutschen Privatbanken. Das dürfte vielen aber schwerfallen. EU-Kommissionspräsident Barroso prescht vor, will heute eine „umfassende Antwort“ auf die Schuldenkrise vorlegen, wozu auch die Rekapitalisierung der Banken gehöre. Händler werden das mit großer Aufmerksamkeit verfolgen.

Im Blick ist auch die Solarbranche, wo sich die schlechten Nachrichten häufen. So hat sich Phönix Solar erstmals konkret zur Umsatz- und Ergebnisentwicklung in diesem Jahr geäußert und die sieht düster aus. Der Umsatz wird von 636 Millionen Euro im Vorjahr auf 350 bis 400 Millionen einbrechen. Beim Ergebnis vor Steuern rechnet man mit herben Verlusten. Phönix Solar macht den Preisverfall bei Solarmodulen dafür verantwortlich.

DAX-Kamera von der Börse Frankfurt

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