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Energiepauschale: Wer die 300 Euro erhält

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Von: Mark Stoffers

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Die Einmalzahlung der Energiepauschale ist eine der Maßnahmen der Ampel aus dem Entlastungspaket 2022. Wer erhält den Energiebonus und wann wird er ausgezahlt?

Frankfurt/Berlin – Die Ampel-Regierung um Olaf Scholz bietet allen Arbeitnehmern mit der Energiepreispauschale von 300 Euro finanzielle Unterstützung. Die Einmalzahlung aus dem Entlastungspaket 2022 soll vor allem die durch den Ukraine-Krieg entstandene Energiekosten-Explosion mit der Auszahlung des Energiebonus etwas abfedern.

Doch erhalten auch Rentner:innen, Hartz-IV-Beziehende oder Minijobber:innen die Einmalzahlung der Energiepauschale?

Energiepreispauschale: Wann die Energiepauschale aufs Konto kommt – profitieren auch Rentner vom Energiebonus?

Ab dem 1. September haben Berufstätige einen Anspruch auf die sogenannte Energiepreispauschale (EPP) in Höhe von 300 Euro. Doch wer erhält den Energiebonus überhaupt? Und profitieren auch Rentner:innen von der Energiepauschale? Das Bundesfinanzministerium veröffentlichte, welche Vorgaben erfüllt sein müssen, um die Energiepreispauschale zu erhalten.

Energie-Pauschale: Arbeitnehmende müssen mit weniger rechnen, Rentner mit gar nichts.
Energie-Pauschale: Arbeitnehmende müssen mit weniger rechnen, Rentner mit gar nichts. (Archivbild) © Marijan Murat/dpa

Energiepreispauschale: Wer die 300 Euro bekommt – wer ist für die Auszahlung der Energiepauschale berechtigt?

Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums sind alle für die Einmalzahlung der Energiepreispauschale in Höhe von 300 Euro berechtigt, die ihren Wohnsitz in Deutschland haben oder sich für gewöhnlich dort aufhalten und damit unbegrenzt steuerpflichtig sind und im Laufe des Jahres 2022 aus einer der folgenden Quellen Einkommen beziehen:

Ein bestimmter Zeitraum oder eine Mindestdauer sind nicht notwendig, um die Energiepauschale ausgezahlt zu bekommen, berichtet kreiszeitung.de.

Energiepreispauschale: Welche Arbeitnehmer erhalten 300 Euro?

Die Einmalzahlung der Energiepreispauschale von 300 Euro erhalten nach Angaben des Finanzministeriums folgende Arbeitnehmende:

Energiepreispauschale: Was ist mit Rentnern?

Rentner:innen und Pensionäre sind – sofern sie keine der oben genannten Einkünfte beziehen – explizit von der Einmalzahlung der Energiepreispauschale ausgeschlossen. Doch gelten schon etwa die Einnahmen aus einer Photovoltaikanlage als Gewerbeeinkünfte. Dies gilt jedoch nur, wenn nicht die Vereinfachungsregel (BStBl. I S. 2202) in Anspruch genommen wurde. Und dennoch gibt es Mittel und Wege für Rentner:innen, an die Energiepauschale heranzukommen.

Energiepauschale: Was ist mit Transferleistungsempfängern vom Hartz-IV-Zuschuss oder Kinderbonus 2022?

Die Ansprüche auf die Energiepauschale, den Kinderbonus oder den Hartz-IV-Bonus schließen sich nicht gegenseitig aus. Wer die Einmalzahlung für Transfergeldempfänger – etwa den Zuschuss zu Hartz IV oder den Kinderbonus 2022 – erhält, kann abseits des Hartz-IV-Bonus aus dem Entlastungspaket 2022 eben auch die Energiepreispauschale (EPP) beziehen.

Was gilt für Minijobber bei der Energiepreispauschale?

Minijobber:innen mit mehreren Stellen wird die Energiepreispauschale nur im Rahmen des „ersten Dienstverhältnisses“ ausbezahlt. Welches das ist, muss der Arbeitnehmende in einer schriftlichen Erklärung festlegen. Ohne diese Bestätigung darf der Arbeitgeber die Einmalzahlung EPP nicht auszahlen. Betrugsversuche sind auch hier strafbar.

Energiepreispauschale: Wer bekommt die EPP vom Arbeitgeber ausbezahlt?

Jeder, der zum 1. September 2022 in einem „ersten Arbeitsverhältnis“ steht und einer der Steuerklassen I bis V angehört, beziehungsweise als Minijobber:innen pauschal versteuert wird, erhält die Energiepreispauschale vom Arbeitgeber ausbezahlt. Der Rest muss für das Jahr 2022 eine Steuererklärung abgeben, um unabhängig vom Kinderbonus aus dem Entlastungspaket 2022 die Energiepreispauschale (EPP) zu erhalten.

Energiepreispauschale: Wie viel Geld landet von der Einmalzahlung in Höhe von 300 Euro am Ende auf dem Konto

Doch wie viel Geld der Energiepreispauschale landet am Ende auf dem Konto? Nach den Angaben, die als Grundlage auf den Daten des Statistischen Bundesamtes basieren, bleiben beispielsweise bei einem durchschnittlichen Bruttojahresgehalt von 54.304 Euro nach der Steuer 193 Euro von der Einmalzahlung der Energiepreispauschale in Höhe von 300 Euro nach der Steuer für Arbeitnehmer:innen in Vollzeit übrig. Insgesamt kann sich die Spanne der Abzüge nach der Steuer zwischen 0 und 142,42 bewegen.

Energiepreispauschale: Welche Arbeitnehmer die volle Energiepauschale von 300 Euro erhalten

Die vollen 300 Euro der Energiepreispauschale erhalten also nur jene Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, die mit ihrem Gehalt unter dem steuerlichen Freibetrag liegen. Der Freibetrag beläuft sich im Jahr 2022 auf 10.347 Euro, während er für Verheiratete bei 20.694 Euro liegt. Arbeitnehmende, die über dieser Grenze liegen, müssen Einkommenssteuer an den Staat zahlen. Wer diese Summe überschreitet, ist überhaupt erst dazu verpflichtet, Einkommenssteuer zu zahlen.

Auszahlung der Energiepauschale: Wie die Beträge der Einmalzahlung für die Energiepreispauschale gestaffelt sind

Aber wie verhält es sich mit der Auszahlung der Energiepauschale? Wer bekommt, wie viel Geld der Einmalzahlung nach der Steuer? In einer früheren Berechnung des Steuerzahlerbundes zur Energiepreispauschale setzten sich die Auszahlungsbeträge für Arbeitnehmer:innen wie folgt zusammen:

Da die Einmalzahlung der Energiepreispauschale steuerpflichtig ist, gibt es demnach einige zu beachten, bevor die Auszahlung der Energiepauschale im September 2022 ansteht. Tatsächlich profitieren alle Arbeitnehmer:innen von dem Energiebonus, aber eben nicht alle gleich. Da die 300 Euro nur bei bestimmten Steuerklassen voll ausgezahlt wird. (Mark Stoffers)

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