Nach 40 Beitragsjahren erhalten viele Rentner in Deutschland nur eine Mini-Rente von weniger als 1000 Euro monatlich.
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Nach 40 Beitragsjahren erhalten viele Rentner in Deutschland nur eine Mini-Rente von weniger als 1000 Euro monatlich.

Monatliche Hunger-Rente

Trotz 40 Jahre Beiträgen: Jeder dritte Rentner muss mit weniger als 1.000 Euro auskommen

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Fast jeder dritte Rentner, der mindestens 40 Jahre Rentenbeiträge gezahlt hat, erhält monatlich weniger als 1.000 Euro Rente - vor allem in den neuen Bundesländern.

  • Fast jeder dritte Rentner, der mindestens 40 Jahre Rentenbeiträge gezahlt hat, erhält weniger als 1000 Euro monatliche Rente.
  • Insbesondere in den neuen Bundesländern sind Rentner davon betroffen
  • In den meisten der neuen Bundesländer müssen mehr als 40 Prozent der Rentner mit Mini-Renten unter 1000 Euro leben.

Frankfurt - 40 Jahre Rentenbeiträge zahlen und dann trotzdem nur eine Mini-Rente einstreichen? Das Thema Rente polarisiert: Die einen freuen sich auf den Ruhestand oder genießen ihn bereits, die anderen fürchten eine zu geringe Rente - oder müssen bereits mit ihr auskommen. In Deutschland bekommen 2,4 Millionen Menschen, die mindestens 40 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt haben, weniger als 1000 Euro Rente im Monat - das ist fast jeder dritte Rentner. Das berichtet die „Volksstimme“ unter Berufung auf eine Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage von Linke-Fraktionschef Dietmar Bartsch.

Mini-Rente: Viele Rentner in den neuen Bundesländern betroffen

Besonders betroffen sind davon vor allem die neuen Bundesländer, wie die Zahlen zeigen. Während in den alten Bundesländern 27,8 Prozent der Rentenempfänger, die mindestens 40 Jahre Rentenbeiträge gezahlt haben, weniger als 1000 Euro Rente im Monat erhalten, sind in den neuen Bundesländern deutlich mehr Rentner betroffen:

Mecklenburg-Vorpommern42,96 %
Thüringen42,27 %
Sachsen-Anhalt41,82 %
Sachsen41,08 %
Brandenburg38,18 %

Rente unter 1000 Euro: Bartsch fordert „große Rentenreform“

Die Daten zeigen den Stand vom 31. Dezember 2018, aktuellere Daten liegen nicht vor. „Das sind alarmierende Zahlen“, zitiert die „Volksstimme“ Bartsch. Der fordert eine „große Rentenreform“. Die gesetzliche Rente müsse „den Lebensstandard der Bürger sichern und Armut im Alter verhindern“, so Bartsch weiter.

Hintergrund der niedrigen Renten: Wer nur in Teilzeit oder im Niedriglohnsektor gearbeitet hat, hat geringere Beträge in die Rentenversicherung eingezahlt - und hat nun einen geringeren Rentenanspruch. Besonders stark betroffen ist davon Mecklenburg-Vorpommern. In dem Bundesland erhalten etwa 120.000 Rentner (42,96 Prozent) mit mindestens 40 Beitragsjahren weniger als 1000 Euro monatliche Rente, in Sachsen sind etwa 313.000 Rentner (41,08 Prozent) betroffen. Einige der Rentner könnten in Zukunft von der Grundrente profitieren, die zum Januar 2021 starten soll.

Rentenerhöhung könnte 2021 ausfallen - wegen Corona

Im Juli 2020 ist die Rente in den alten Bundesländern um 3,45 Prozent erhöht worden, in den neuen Bundesländern erhalten Rentner ab Juli 2020 4,20 Prozent mehr Rente. Das bedeutet, dass sich der Rentenwert von 33,05 Euro (alte Bundesländer) auf 34,19 Euro erhöht.  In den neuen Bundesländern steigt er von 31,89 Euro auf 33,23 Euro an.

Der aktuelle Rentenwert in den neuen Bundesländern beträgt damit nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung 97,2 Prozent des Westwerts. Im Jahr 2021 könnte die Rentenerhöhung angesichts der Corona-Krise jedoch ausfallen, befürchtet die Deutsche Rentenversicherung. (Von Tanja Banner)

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