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Mindestlohn 2023: Ab Januar gibt es in vielen Branchen mehr Geld

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Von: Alina Schröder

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Für Dachdeckerinnen und Dachdecker gibt es ab 2023 eine Erhöhung des Mindestlohns.
Für Dachdeckerinnen und Dachdecker gibt es ab 2023 eine Erhöhung des Mindestlohns. © Patrick Pleul/dpa

In 2023 kommen für manche Branchen neue Mindestlohn-Erhöhungen. Auch Auszubildende können sich über mehr Geld freuen. Die Details im Überblick.

Frankfurt – Im Oktober ist der Mindestlohn in Deutschland deutlich gestiegen – von 9,60 Euro auf 12 Euro pro Stunde. „Die Anhebung des Mindestlohns ist Ausdruck der Leistungsgerechtigkeit und des Respekts vor guter Arbeit“, sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) laut einer Pressemitteilung des Arbeitsministeriums im September 2022.

Dadurch, dass der Mindestlohn gerade erst stark angehoben wurde, ist mit der nächsten generellen Anpassung frühestens 2024 zu rechnen. Darüber wird auf der Website der Bundesregierung informiert. Jedoch gibt es auch Ausnahmen: In einigen Branchen sollen sich die Mindestlöhne im Januar 2023 erhöhen. Das liegt an den Tarifverträgen, an die gewisse Branchen gebunden sind.

Neue Mindestlöhne ab 2023: Diese Berufe profitieren von mehr Geld

In folgenden Jobs sind Erhöhungen des Mindestlohns ab Januar 2023 geplant:

BrancheNeuer MindestlohnGültig ab
Dachdeckerhandwerk (Geselle)14,80 EuroJanuar 2023
Dachdeckerhandwerk (ungelernt)13,30 EuroJanuar 2023
Elektrohandwerk13,40 EuroJanuar 2023
Fleischindustrie12,30 EuroDezember 2023
Leih- und Zeitarbeit13,00 EuroApril 2023
Pädagogisches Personal für Aus- und Weiterbildung17,87 EuroJanuar 2023
Pflegehilfskräfte13,90 Euro/ 14,15 EuroMai 2023/ Dezember 2023
Qualifizierte Pflegehilfskräfte14,90 Euro/ 15,25 EuroMai 2023/ Dezember 2023
Pflegefachkräfte17,65 Euro/ 18,25 EuroMai 2023/ Dezember 2023

Für Dachdeckerinnen und Dachdecker gibt es eine minimale Erhöhung: Bislang lag der Mindestlohn bei 14,50 Euro pro Stunde, ab 2023 steigt dieser für Gesellinnen und Gesellen auf 14,80 Euro, wie der Deutsche Gewerkschaftsbund informiert. Der Branchenmindestlohn steigt ab 1. Januar zudem auf 13,30 Euro und liegt dann mehr als einen Euro über der gesetzlichen Untergrenze. Dieser gilt beispielsweise für ungelerntes Personal wie Leih- und Zeitarbeitenden. Für Personal im Elektrohandwerk steigt der Mindestlohn von 12,90 auf 13,40 Euro.

Außerdem können sich Mitarbeitende in der Fleischindustrie ab 2023 auf mehr Geld freuen. Dort steigt der Mindestlohn laut Tarifvertrag erstmals über die gesetzliche Grenze auf 12,30 Euro je Stunde. Die Erhöhung gilt allerdings erst ab Dezember, berichtet die Zeitung fleischwirtschaft.de.

Darüber hinaus sollen Leih- und Zeitarbeitende in Deutschland künftig mehr Lohn bekommen: Die Tarifgemeinschaft Leiharbeit des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) sowie der Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP) und der Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen einigten sich auf eine Anpassung. Zum 1. April 2023 steigt der Mindestlohn dann von 12,43 auf 13 Euro.

Zwei Mindestlohn-Erhöhungen in der Altenpflege – Anpassung in der Ausbildung

Im Bereich der Altenpflege steigen die Löhne 2023 gleich zweimal: im Mai und im Dezember. Einrichtungen müssen dem Personal dann spätestens zum Jahresende 14,15 Euro pro Stunde zahlen. Darüber hinaus wird auch die Anzahl der Urlaubstage erhöht – bei einer 5-Tage-Woche haben Beschäftigte Anspruch auf mindestens 29 Tage Urlaub.

Neben den Anpassungen des Lohns in den genannten Branchen wird auch die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung ab 2023 aufgestockt. Wer eine handwerkliche oder betriebliche Ausbildung beginnt, erhält im ersten Jahr wenigstens 620 Euro. Bislang lag dieser Betrag bei 585 Euro. Die Regelung gilt jedoch nicht für Berufe, die landesrechtlich geregelt werden, wie etwa Erzieherinnen und Erzieher oder Lehrerinnen und Lehrer. Auch kommen bei der Rente ab 2023 einige Änderungen – zudem ist eine weitere Rentenerhöhung geplant. (asc)

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