Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Diesel-Skandal

"Die Minderung reicht nicht aus"

Hendricks erwartet nach Dieselgipfel weitergehende Schritte der Autokonzerne. Mittelständische Firmen fordern eine Rückkaufpflicht.

Nach dem Dieselgipfel dringen SPD-Regierungsmitglieder auf weitergehende Schritte der Autohersteller. Umweltministerin Barbara Hendricks sagte am Wochenende, das Thema Hardware-Nachrüstung sei „nicht vom Tisch“. Ähnlich äußerte sich Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig.

Hendricks sagte der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“: „Eine Arbeitsgruppe des Nationalen Dieselforums hat das klare Mandat, technische Umrüstungen an Euro-5- und Euro-6-Fahrzeugen zu prüfen.“ Sie fügte hinzu: „Das Thema ist also überhaupt nicht vom Tisch, sondern es geht jetzt erst richtig los.“ Es dürfe „keine Lösung ausgeschlossen werden“, um den angerichteten Schaden wieder gutzumachen, sagte sie an die Adresse der Autohersteller. Dem „Spiegel“ sagte Hendricks, mit den zugesagten Software-Updates könnten die Stickoxid-Emissionen in den Städten nur um weniger als zehn Prozent gemindert werden. Das wäre deutlich zu wenig, um die Grenzwerte einzuhalten. „Die Minderung reicht nicht aus, um Fahrverbote zu verhindern“, so die Ministerin. 

Am Mittwoch hatten sich Hendricks und Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) mit Ministerpräsidenten und den Chefs der Autokonzerne getroffen, um über eine Verringerung des Schadstoffausstoßes und die Vermeidung von Fahrverboten zu beraten.

Die Industrie sicherte Software-Updates für alle betroffenen Autos zu und bot Rabatte für den Kauf sauberer Neuwagen an. Auch will sie sich an einem Fonds beteiligen, der umweltfreundliche Mobilität in den Städten fördern soll. VW-Chef Matthias Müller hatte zugleich ausgeschlossen, dass die Autokonzerne auch Hardware-Nachrüstungen vornehmen würden.

Derweil warnte das Handwerk vor Fahrverboten für dreckige Autos in Innenstädten. „Das Handwerk ist fast gänzlich auf Dieselfahrzeuge angewiesen“, sagte Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer der „Rheinischen Post“ vom Samstag. „Von Sperrungen der Innenstädte für Dieselfahrzeuge, die nicht die neueste Abgasnorm erfüllen, oder gar einem Ausschluss für alle Dieselfahrzeuge wäre das Handwerk in besonderer Weise betroffen.“

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft fordert von den deutschen Autobauern eine größere Entschädigungsbereitschaft. „Es muss eine Rückkaufpflicht für Hersteller bei manipulierten, gewerblich genutzten Dieselfahrzeugen geben“, sagte BVMW-Präsident Mario Ohoven den Funke-Zeitungen. Mit Software-Updates und Umstiegsprämien allein sei eine Entschädigung nicht getan. 

Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Uni Duisburg-Essen schlägt vor, die steuerliche Bevorzugung von Diesel-Autos abzuschaffen und Autobesitzer mit Gutscheinen in Höhe von 2000 Euro zur Umrüstung der Motoren oder zur Verschrottung ihres Fahrzeugs zu bewegen. Das kostet laut Dudenhöffer einmalig 20,2 Milliarden Euro sowie jährlich 1,8 Milliarden Euro, wenn die Kfz-Steuer für Diesel auf das Niveau der Benziner-Besteuerung gesenkt würde. Der Autoexperte schlägt zur Finanzierung vor, den Steuervorteil des Dieselkraftstoffs von 18 Cent pro Liter gegenüber Benzin aufzuheben. Das ergäbe jährliche Mehreinnahmen von 9,9 Milliarden Euro. (afp/dpa/rtr)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare