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Bei den Kassen mit den meisten Mitgliedern bleiben die Beiträge stabil.
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Bei den Kassen mit den meisten Mitgliedern bleiben die Beiträge stabil.

Krankenkassen

Millionen Versicherte müssen drauflegen

  • Tim Szent-Ivanyi
    VonTim Szent-Ivanyi
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Mehr als 20 Krankenkassen erhöhen im neuen Jahr die Zusatzbeiträge, Millionen Versicherte sind betroffen. Für wen wird es teurer, und für wen nicht?

Über den Zusatzbeitrag sprechen die Krankenkassen nicht so gern, weil er Versicherte abschreckt. Die Bahn BKK hatte sich daher etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Sie taufte die Belastung, die allein von den Versicherten zu zahlen ist, einfach in „Vario-Beitrag“ um. Doch das Oberlandesgericht Frankfurt befand, dass die Verwendung des Begriffs „Vario-Beitrag“ in Verbindung mit anderen Aussagen eine Irreführung darstellte.

Ein gewisses Täuschungspotenzial hat auch die Ankündigung der Bundesregierung vom Herbst, wonach der Zusatzbeitrag im kommenden Jahr stabil bleibt. Tatsächlich müssen nicht wenige Versicherte ab 1. Januar höhere Beiträge zahlen.

Seit der Reform der Beitragszahlung durch die große Koalition zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer je die Hälfte eines „allgemeinen“ Beitrags von 14,6 Prozent, also je 7,3 Prozent. Da die Kassen mit diesem Geld nicht auskommen, müssen sie einen individuellen Zusatzbeitrag allein bei ihren Versicherten erheben. Er betrug 2016 im Schnitt 1,1 Prozent.

Dieser Wert soll nach der Prognose des zuständigen Schätzerkreises auch im kommenden Jahre wieder erreicht werden. Zwar steigen die Ausgaben der Krankenkassen derzeit schneller als die Einnahmen, was zu einem geringen Teil auch mit der Zuwanderung von Flüchtlingen zu tun hat. Doch die große Koalition hat beschlossen, 1,5 Milliarden Euro aus der Rücklage des Gesundheitsfonds an die Kassen auszuschütten, um im Wahljahr 2017 Beitragsanhebungen zu verhindern.

Wo der Zusatzbeitrag steigt

Die großen Kassen mit den meisten Mitgliedern, also etwa die Barmer GEK oder die Techniker Krankenkasse, schaffen es tatsächlich, die Zusatzbeiträge stabil zu halten. Die Barmer verlangt weiterhin 1,1 Prozent (also insgesamt 15,7 Prozent), die TK nach wie vor 1,0 Prozent (insgesamt 15,6 Prozent). Auch die meisten AOKs fordern keine höheren Beiträge.

Nach einer Übersicht des Online-Portals Krankenkassen.net heben aber nach derzeitigem Stand immerhin 22 Krankenkassen mit rund 3,4 Millionen Versicherten ihre Beiträge an. Die meisten Mitglieder, die von einem steigenden Zusatzbeitrag betroffen sind, besitzt die AOK Plus in Sachsen und Thüringen. Hier verdoppelt sich der Zusatzbeitrag ab 1.Januar auf 0,60 Prozent. Der Gesamtbeitrag liegt dann aber mit 15,2 Prozent immer noch deutlich unter dem Durchschnitt.

Zu den Kassen, die ihren Zusatzbeitrag anheben, gehören unter anderem die IKK Berlin-Brandenburg (von 0,6 auf 0,89 Prozent), die Deutsche Bank BKK (von 0,7 auf 1,1 Prozent) und die Merck BKK (1,45 auf 1,7 Prozent). Letztere zählt damit zu den teuersten Krankenkassen. Auch die Metzinger BKK erhebt künftig einen Zusatzbeitrag von 0,3 Prozent. Erstmals wird es damit keine Krankenkasse mehr geben, die ohne diese zusätzliche Belastung der Versicherten auskommt.

Nach Einschätzung des Spitzenverbandes der Krankenkassen wird der durchschnittliche Zusatzbeitrag von aktuell 1,1 Prozent bis 2019 auf 1,8 Prozent ansteigen. Der allein von den Versicherten zu zahlende Anteil stiege dann von jetzt monatlich 48 Euro auf 78 Euro. Die Sozialdemokraten wollen durchsetzen, dass künftig die Beiträge wieder hälftig zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern aufgeteilt werden. Dazu soll auch der Zusatzbeitrag geteilt werden. Linkspartei und Grünen streben das ebenfalls an. Die Union lehnt das bisher ab.

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