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Millionen Rentnerinnen und Rentner haben weniger als 1000 Euro zum Leben

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Von: Caspar Felix Hoffmann

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Viele ältere Menschen leben von weniger als 1000 Euro Rente. Zudem sind immer mehr Seniorinnen und Senioren erwerbstätig.

Wiesbaden/Frankfurt – Mehr als ein Viertel der Rentner:innen in Deutschland hat ein monatliches Nettoeinkommen von weniger als 1000 Euro zur Verfügung, das teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag (29. September) in Wiesbaden mit.

Die Statistiker veröffentlichten Zahlen für 2021: 4,9 Millionen Rentner:innen, und damit rund 28 Prozent aller Renten-Beziehenden, fielen demnach unter diese Schwelle. Bei Frauen war der Anteil mit 38,2 Prozent deutlich höher – bei Männern waren es 14,7 Prozent.

Monatliches Nettoeinkommen von Rentner:innen aus Altersgründen 2021 (einige Befragte machten keine Angaben)

Unter 1000 Euro38,2 % Frauen14,7 % Männer
1000 bis unter 1500 Euro29,8 % Frauen29,2 % Männer
1500 bis unter 2000 Euro17,4 % Frauen24,4 % Männer
2000 bis unter 2500 Euro7,8 % Frauen14,8 % Männer
2500 bis unter 3000 Euro2,9 % Frauen6,5 % Männer
3000 bis unter 3500 Euro1,5 % Frauen3,8 % Männer
3500 Euro und mehr1,4 % Frauen5,8 % Männer

Im Jahr 2021 stieg die Zahl der Bezieher:innen von Rente aus Altersgründen von 16,6 Millionen im Jahr 2011 auf 17,6 Millionen. 589.000 Menschen erhielten Ende 2021 Grundsicherung im Alter.

Wird es bis zum Monatsende reichen?
Eine ältere Frau zählt Geld. (Archivbild) © Marijan Murat/dpa

Weniger als 1000 Euro Rente: Immer mehr Rentner:innen erwerbstätig

Ältere Menschen sind zudem deutlich häufiger erwerbstätig als noch vor zehn Jahren, hieß es. So arbeiteten 2021 nach Angaben der Statistiker 12,9 Prozent der 65- bis unter 75-Jährigen. Zehn Jahre zuvor waren es noch 7,0 Prozent. Wer einen Hochschulabschluss hatte, war häufiger erwerbstätig. Außerdem war der Anteil unter den Männern höher als unter den Frauen.

Eckrente: 2022 rund 1500 Euro monatlich

Anhand der sogenannten Standardrente, auch Eckrente genannt, wird abgebildet, wie viel ein Modell-Versicherter in Deutschland an Monatsrente bekommen würde, wenn er 45 Jahre lang Beiträge für ein Durchschnittsentgelt eingezahlt hätte und nicht vor Erreichen der Regelaltersgrenze in Ruhestand gegangen wäre.

2022 beträgt die Eckrente im Westen monatlich 1538,55 Euro und im Osten 1506,15 Euro – und zwar brutto.

Für 40,8 Prozent der älteren Erwerbstätigen war die ausgeübte Tätigkeit die vorwiegende Quelle des Lebensunterhalts, hieß es weiter. Für die Mehrheit der 65- bis unter 75-jährigen Erwerbstätigen (55,9 Prozent) war dieses Einkommen aber ein Zuverdienst. Sie lebten also in erster Linie von ihrer Rente oder von ihrem Vermögen.

Wie viel Rente nach Eintritt in den Ruhestand monatlich auf dem Konto landet, hängt in Deutschland von verschiedenen Faktoren ab – mit am wichtigsten ist aber das Einkommen während der Erwerbstätigkeit. (cas/afp)

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