Forderungspaket

Milliarden für Sozialwohnungen

Bau- und Mietervertreter legen ein Forderungspaket für soziale und bezahlbare Neubauten vor. Die Preise für Bauland sind rapide gestiegen.

Das Verbändebündnis Wohnungsbau fordert von der Bundesregierung einen Masterplan für den sozialen Wohnungsbau. Beim elften Wohnungsbautag am Donnerstag in Berlin kritisierten die Verbände, dass viel zu wenig Sozialwohnungen und günstige Mietwohnungen gebaut würden. In dem Thema liege „ungeheurer sozialer Sprengstoff“. Das Bündnis, dem Mieter- und Vermieterverbände, Gewerkschaften sowie Verbände der Baubranche angehören, kritisierte zudem, dass immer weniger Bauland in gefragten Lagen auf den Markt komme.

Laut einer Studie des privaten Forschungsinstituts Prognos, die vom Wohnungsbaubündnis in Auftrag gegeben worden war, werden derzeit nur ein Drittel der 80 000 Sozialwohnungen gebaut, die jährlich neu entstehen müssten, in 138 der rund 400 Landkreise und kreisfreien Städte seien die Wohnungsmärkte angespannt. Die IG Bau forderte deshalb konkret, die Mittel für den sozialen Wohnungsbau von aktuell 1,5 Milliarden Euro auf sechs Milliarden Euro pro Jahr zu steigern.

Hinzu kommen müssten mindestens drei Milliarden Euro für den bezahlbaren Wohnungsbau pro Jahr, verlangte die Gewerkschaft. Bei den auch für Normalverdiener bezahlbaren Mietwohnungen seien nur 55 Prozent des Bedarfs gedeckt, zitierte das Bündnis aus der Prognos-Studie.

Demnach verlagert sich der Wohnungsneubau zunehmend ins Umland gefragter Städte. Das sorge für eine Zunahme des Pendlerverkehrs. Die Kommunen müssten ihren Nahverkehr deshalb deutlich ausbauen.

Weniger bebaubare Flächen

Gleichzeitig hätten sich die Preise für Bauland in den größten Städten mehr als verdoppelt, das Angebot an Flächen sei deutlich zurückgegangen. Steigende Preise für Baugrundstücke seien ein wichtiger Faktor dafür, dass die Mieten in Neubauten steigen.

Höhere Neubauten und das Aufstocken bestehender Häuser könnten den Anstieg der Mieten „erheblich“ bremsen, schlug das Bündnis vor. Dafür müssten die Behörden eine höhere Verdichtung der Ballungsgebiete zulassen.

Ein großes Problem sehen die Verbände darin, dass die Wohnungspolitik häufig nur kurzfristig ausgelegt ist. Ein Beispiel dafür sei das Baukindergeld. So lohne es sich für die Baufirmen nicht, ihre Kapazitäten auszuweiten, was den Neubau zusätzlich behindert. Deshalb fordern die Verbände eine bessere und auf Dauer angelegte Förderung. Eine konkrete Maßnahme wäre demnach eine Erhöhung der steuerlichen Abschreibungen, damit sich Bauen schneller lohnt.

Auch würden die Behörden durch zahlreiche Bauvorschriften und lange Genehmigungszeiten die Kosten fürs Bauen in die Höhe treiben. Hier seien eine Entschlackung der Regeln und mehr Personal und digitale Abläufe in den Bauämtern nötig. (afp)

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