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In unterschiedliche Richtungen zeigen Pfeile am 30.03.2016 auf einem Verkehrsschild vor der Zentrale von Metro in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen). Der Handelskonzern Metro will sich aufspalten. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa (zu dpa "Handelskonzern Metro will sich aufspalten" vom 30.03.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++
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In unterschiedliche Richtungen zeigen Pfeile am 30.03.2016 auf einem Verkehrsschild vor der Zentrale von Metro in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen). Der Handelskonzern Metro will sich aufspalten. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa (zu dpa «Handelskonzern Metro will sich aufspalten» vom 30.03.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++ n

Metro-Spaltung

Metro zerlegt sich

  • Frank-Thomas Wenzel
    VonFrank-Thomas Wenzel
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Überraschend möchte der Handelsriese Metro sich in zwei Unternehmen aufspalten. Die Trennung soll dem Unternehmen kürzere Entscheidungswege bringen und auch finanziell Vorteile bringen. Denn der Konzern schrumpft. An der Börse wird der Beschluss schon bejubelt.

Selbstzerlegen ist geil“ – unter dieses Motto kann man die Pläne des Handelsriesen Metro stellen. Das Management will den Konzern in zwei Unternehmen aufteilen, in einen Lebensmittelhändler und den Elektronikspezialisten Media-Saturn. Die Metro-Gruppe gehört zu den führenden Handelskonzernen weltweit, im jüngsten Geschäftsquartal hat sie 17 Milliarden Euro umgesetzt.

Doch der Konzern schrumpft. Im vorigen Jahr wurden die Kaufhof-Warenhäuser für 2,8 Milliarden Euro an die kanadische HBC-Gruppe verkauft. Mittlerweile besteht das Firmen-Konglomerat noch aus 750 Cash&Carry-Großhandelsmärkten in 25 Ländern, die Hotels, Restaurants oder Kioskbetreiber mit Lebensmitteln versorgen. Dazu kommt die Real-Kette mit ihren großen Supermärkten auf der grünen Wiese. Das dritte Standbein ist die Media-Saturn-Holding (MSH), die Elektronik-Läden der Marken Media-Markt und Saturn betreibt.

Bei der Zerlegung sollen Cash&Carry und Real ein Unternehmen bilden, an dessen Spitze sich der jetzige Konzernchef Olaf Koch setzen will. Daneben wird bei der MSH mit ihrem jetzigen Boss Pieter Haas als Vorstandsvorsitzendem geplant. Ziel sei, jeder der beiden Gesellschaften „die volle Kontrolle über die eigene Strategie zu geben“, teilt das Unternehmen mit. Geplant ist, die bisherigen Aktionäre bei jedem der beiden neuen Unternehmen entsprechend ihren aktuellen Aktienanteilen an der Metro-Gruppe zu beteiligen. Zu den Großaktionären zählt der Industriellenclan Haniel, der die Firmen-Scheidung forcieren soll. Das Management teilte indes mit, die endgültige Entscheidung sei noch nicht gefallen sei. Angestrebt sei aber, die Trennung bis Mitte 2017 zu vollziehen.

Börsianer jubelten am Mittwoch. Die Metro-Aktie schoss am Vormittag um mehr als zehn Prozent in die Höhe. Der Aufteilungsplan ist denn auch wesentlich durch die Interessen von Finanzprofis geprägt. Ein Konglomerat wie Metro ist mit seinen beiden sehr unterschiedlichen Geschäftsfeldern für Analysten nur schwer zu bewerten, da der Wert der verschiedenen Aktivitäten verzerrt wird. So haben in der Vergangenheit Probleme bei Media-Saturn immer wieder ein recht solides Cash&Carry-Geschäft überdeckt.

Aufteilung soll Problem mit Media-Saturn lösen

Zudem sind die ansonsten gern beschworenen Synergien zwischen Geschäftsfeldern bei den Metro-Sparten nicht gegeben, die Entscheidungswege im Konzern aber weit. Wenn etwa die Geschäftsführung der Saturn-Läden etwa Neues angehen will, muss das langwierig durch viele Gremien getragen werden. An der Aussage des Vorstands, die Teilung werde „Strukturen vereinfachen, Umsetzungsgeschwindigkeiten erhöhen und die operative Leistung insgesamt verbessern“, ist schon was dran, sofern die Dinge klug umgesetzt werden.

Viel Raum für Leistungssteigerungen gibt es bei Media-Saturn mit knapp 1000 Läden in 15 Ländern. Die MSH gehört nur zu drei Viertel dem Metro-Konzern. Ein Viertel wird von der Familie von Erich Kellerhals, dem Media-Markt-Gründer, gehalten, die über umfängliche Vetorechte verfügt. Das hat viel Ungemach gebracht. Das Verhältnis zwischen Koch und Kellerhals ist zerrüttet. Es besteht Uneinigkeit über die Strategie. Vor Gericht wird über viele Punkte, die die Ausrichtung des Geschäfts, aber auch die Besetzung von Führungspositionen betreffen, gestritten. Das hat zu einer Blockade geführt, unter der letztlich die ganze Gruppe leidet.

Bei einer Teilung würden Real und Cash&Carry auch nicht mehr indirekt unter diesem Zwist leiden. Denkbar ist auch, dass es für ein autonomes Management einfacher wird, mit dem Minderheitsaktionär zu verhandeln.

Media-Saturn war viele Jahre eine Erfolgsgeschichte – und zwar mit einem einfachen Trick: Mit einigen preiswerten Produkten und viel Werberummel (Motto: „Geiz ist geil“) wurde das Image erzeugt, dass Saturn und Media-Markt besonders günstig sind. Tatsächlich war ein Großteil der Produkte aber teurer als bei der Konkurrenz. Das Geschäftsmodell brach mit der Verbreitung des Internets zusammen. Erstens wurde über Preisvergleichsportale deutlich, dass andere Anbieter oben auf der Liste stehen. Hinzu kam der Effekt, dass immer mehr Geräte über Ebay, Amazon und andere Internethändler verkauft wurden. Das Management reagierte erst sehr spät. Dieses Versäumnis konnte bis zum heutigen Tag nicht ausgebügelt werden, auch weil aufgrund des Streits mit Kellerhals Online-Rivalen beim Weiterentwickeln ihrer Geschäfte einfach schneller sind. 

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