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Der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall (M+E), Martin Kannegiesser.
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Der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall (M+E), Martin Kannegiesser.

Tarifpolitik

Metallindustrie lässt Krise hinter sich

  • Markus Sievers
    VonMarkus Sievers
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Mehr als jeder zweite Beschäftigte in der Metallindustrie bekommt laut dem Arbeitgeberverband Gesamtmetall schon vom 1. Februar an mehr Geld. Doch Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser sieht die Krise noch nicht ganz überwunden.

Die Flexibilität in der Tarifpolitik zahlt sich in diesem Jahr dank der guten Konjunktur für die Arbeitnehmer aus. Mehr als jeder zweite Beschäftigte in der Metallindustrie bekommt laut dem Arbeitgeberverband Gesamtmetall schon vom 1. Februar an mehr Geld. Etwa jeder dritte bis vierte Betrieb nutze die Möglichkeit des Tarifvertrages, die für April vorgesehen Anhebung um 2,7 Prozent zwei Monate vorzuziehen, berichtete Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser.

Dies sei ein „Zeichen dafür, dass mit Flexibilisierung fair umgegangen wird“. Allerdings gebe es Unternehmen, die bislang nicht von der wirtschaftlichen Erholung profitierten. Daher verzögere sich für einige Beschäftigte die Tarifanhebung nach hinten – in Bayern zum Beispiel sei dies bei vier Prozent der Betriebe der Fall.

Die Krise sieht Kannegiesser trotz großer Fortschritte noch nicht ganz überwunden. Wenn alles gut laufe, werde die Branche Ende 2011 bei Aufträgen und Produktion wieder dort stehen, wo sie 2008 einmal gewesen sei. „Alles in allem hätten wir dann durch die Wirtschaftskrise drei komplette Jahre verloren“, sagte Kannegiesser.

Den alten Beschäftigungsstand hat die Industrie noch lange nicht erreicht. Im vergangenen Jahr schufen die Unternehmen laut Gesamtmetall zwischen April und Oktober bereits 40000 Stellen neu, nachdem in der Krise rund 200.000 abgebaut worden waren. Für das laufende Jahr rechnet Kannegiesser mit einer Zunahme der Beschäftigtenzahl um rund 50.000 auf rund 3,5 Millionen.

Doch zugleich warnt er vor Euphorie. Das Aufholtempo verlangsame sich. Und die konjunkturellen Risiken, vom Anstieg der Rohstoffpreise bis zur Euro-Krise, nähmen zu.

Der gesamtwirtschaftliche Beschäftigungsaufschwung setzt sich fort, wie aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) zeigen. Demnach lag die Zahl der offenen Stellen nur knapp unter dem Niveau von Februar 2007, als in Deutschland von einer Krise noch nichts zu spüren war. Der Beschäftigungsindex BA-X legte im Januar um vier auf 159 Punkte zu. „Aktuell lässt die positive wirtschaftliche Entwicklung die Nachfrage nach Fachkräften noch steigen“, heißt es in einer Mitteilung der Bundesagentur.

Die wachsende Zuversicht spiegeln auch die Zukunftsausgaben der Unternehmen am Standort Deutschland wider. Nach einer Schätzung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) werden die Firmen 2011 für Innovationen gut 124 Milliarden ausgeben, fast so viel wie 2008. Dafür sorgen Zuwachsraten von sechs Prozent im vergangenen und von vier Prozent in diesem Jahr.

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