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Metallindustrie: Einigung für rund vier Millionen Beschäftigte – Lohnplus und Einmalzahlung

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Von: Niklas Kirk

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In der Nacht zu Freitag (18. November) erzielen IG Metall und die Arbeitgeber eine Einigung. Beschäftigte der Branche bekommen nun deutlich mehr Geld.

Frankfurt – Nach stundenlangen Verhandlungen, deren Ergebnis bis zu Schluss unklar schienen, haben sich IG Metall und die Arbeitgeber auf einen Tarifvertrag für die deutsche Metall- und Elektroindustrie geeinigt. Für die 3,9 Millionen Beschäftigten des Sektors sind Lohnerhöhungen von 5,2 Prozent ab Juni 2023 und weitere 3,3 Prozent ab Mai 2024 für einen Zeitraum von 24 Monaten vorgesehen. Außerdem gibt eine steuerfreie Pauschalzahlung in Höhe von 3.000 Euro. Das Ergebnis wurde am frühen Freitagmorgen von beiden Parteien in Ludwigsburg bei Stuttgart bekannt gegeben.

Fortsetzung von Aktionen der IG Metall im Tarifkonflikt
Teilnehmer demonstrieren bei einer Aktion der Gewerkschaft IG Metall. © Uwe Anspach/dpa

Unterm Strich stehen damit Entgelterhöhungen von 8,5 Prozent bei 24 Monaten Laufzeit, rechnete IG-Metall-Chef Jörg Hofmann vor. Für einen Facharbeiter seien das rund 7000 Euro mehr – davon 3000 Euro steuerfrei. „Das ist ein Wort.“ Aus Sicht von Gesamtmetall-Chef Stefan Wolf ist das Ergebnis ein „kräftiger Vorschuss“ auf den künftigen Aufschwung. Er räumte aber ein: Der Abschluss liege über dem, was die Arbeitgeber eigentlich wollten, und was die aktuelle Lage hergebe.

Der Vorstand der IG Metall habe ebenso wie der Gesamtverband der Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektro-Industrie Gesamtmetall die Zustimmung zum Ergebnis in allen Verhandlungsbereichen empfohlen, sagte IG Metall Chef Jörg Hofmann. Nach den Beratungen im Verhandlungsgremium soll das Ergebnis Schritt für Schritt auf das gesamte Bundesgebiet übertragen werden.

Tarifstreit bei IG Metall – Entgegenkommen bei den Laufzeiten

Mitte September war die Arbeitnehmerseite mit der höchsten Forderung seit 2008 in die Verhandlungen gegangen: ursprünglich wurden acht Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit über 12 Monate gefordert. Arbeitgeber hatten zu Beginn Verhandlungen eine Einmalzahlung in Höhe von 3.000 Euro angeboten. Darüber hinaus hatten sie eine nicht näher bezeichnete Erhöhung der Gehälter in Aussicht gestellt, allerdings für einen Zeitraum über 30 Monate.

Nach nunmehr vier ergebnislosen Verhandlungsrunden richteten aus Angst vor langfristigen Arbeitsniederlegungen alle Augen auf Ludwigsburg, wo am Donnerstag (17. November) die fünfte Runde stattfand. Wobei nach Angaben der Gewerkschaft zumindest schon manches Detail im Voraus geklärt worden war. Dass etwa die Einmalzahlung über 3.000 Euro steuerfrei sein sollen, schien schon vor der Runde unstrittig zu sein. Die Gültigkeitsdauer des Tarifs und die Höhe der Löhne galt es dennoch bis zum Schluss auszuhandeln. (nki mit dpa)

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