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Signal auf Rot: Altersarmut wird zum bedeutenden Risiko, warnt die IG Metall. Schirme aus einer früheren Rentenkampagne.
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Signal auf Rot: Altersarmut wird zum bedeutenden Risiko, warnt die IG Metall. Schirme aus einer früheren Rentenkampagne.

Altersarmut

IG Metall fordert höhere Renten

  • Karl Doemens
    VonKarl Doemens
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Die Gewerkschaft will den Reformkurs aus rot-grünen Zeiten umkehren. Im Frühsommer liefern sich Gabriel und Seehofer eine muntere Debatte.

Horst Seehofer und Sigmar Gabriel lieferten im Frühsommer das Vorspiel, als die Chefs von CSU und SPD eine muntere Debatte über Altersarmut lostraten. Nun legen die Gewerkschaften ihre konkreten Forderungen nach. Als erste Arbeitnehmerorganisation präsentiert die IG Metall ihr Rentenkonzept. Es setzt im Wesentlichen auf eine Anhebung des gesetzlichen Rentenniveaus und eine Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge. Die Kosten dürften nach Expertenschätzungen zwischen 35 und 40 Milliarden Euro liegen.

„Wir fordern einen Strategiewechsel in der Rentenpolitik“, sagt IG-Metall-Chef Jörg Hofmann. Die Hoffnungen früherer Rentenreformen, die vor allem mit dem Namen des Ex-IG-Metall-Bosses und SPD-Sozialministers Walter Riester verbunden sind, seien nicht aufgegangen: „Die Lebensstandardsicherung rückt für viele Menschen in weite Ferne, und Altersarmut wird zu einem bedeutenden Risiko.“ Ein Standardrentner erhalte nach 45 Jahren mit Durchschnittsverdienst derzeit gerade noch 1370 Euro brutto. Das Niveau soll aber weiter sinken. „Dies rüttelt an der Legitimation der gesetzlichen Rente“, mahnt Hofmann.

Deswegen will die IG Metall den zu rot-grünen Zeiten beschlossenen Reformkurs vor allem bei der gesetzlichen Rente umkehren. Das geschäftsführende Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban präsentierte ein „Drei-Phasen-Konzept“: Zunächst soll das Absinken des Rentenniveaus von derzeit 47,7 Prozent in Richtung 44 Prozent im Jahr 2030 sofort gestoppt werden. Dann sollen die Altersbezüge wieder möglichst bald ungebremst wie die Löhne steigen. Und schließlich soll das Niveau dann noch angehoben werden.

Genaue Zahlen nennt die IG Metall zunächst nicht. „Mit welcher Geschwindigkeit das Rentenniveau auf welche Höhe anzuheben ist, sollte gesellschaftlich diskutiert werden“, sagte Urban. Doch eine Vorstellung hat die Gewerkschaft durchaus. Man peile am Ende für das Jahr 2030 ein Rentenniveau von etwa 50,5 Prozent an, antwortet Urban auf Nachfrage. Das wären 6,5 Prozentpunkte mehr als in der Kalkulation der Bundesregierung. Nach einer Faustformel kostet jeder Prozentpunkt beim Niveau etwa sechs Milliarden Euro.

Billig ist der Forderungskatalog also nicht. „Eine Rückbesinnung auf die Leistungsseite der Alterssicherung und eine Anhebung des Versorgungsniveaus ist nicht zum Nulltarif zu haben“, räumt Urban ein. Theoretisch, gesteht er, müsse der Beitragssatz von derzeit 18,7 Prozent bis 2030 dafür auf rund 25 Prozent vom Einkommen steigen. Doch so schlimm, glaubt die IG Metall, werde es nicht kommen. Schließlich könne man das Projekt durch einen „Mix aus verschiedenen Instrumenten“ finanzieren.

Höherer Bundeszuschuss

Konkret will die Gewerkschaft für die Jahre mit einer hohen Finanzbelastung eine Demografiereserve anlegen. Dazu sollen ohnehin erforderliche Beitragserhöhungen vorgezogen werden. Dann solle der Finanzminister einen höheren Bundeszuschuss beisteuern, forderte Urban. Schließlich könnten Zusatzeinnahmen durch die Erweiterung des versicherten Personenkreises erzielt werden.

Eine echte Erwerbstätigenversicherung unter Einbeziehung der Beamten, das weiß auch die IG Metall, wird es freilich allenfalls langfristig geben. Die Gewerkschaft schielt daher auf die Beiträge der Selbstständigen, die man in die Rentenversicherung zwingen will. Freilich werden diesen Einnahmen in der Zukunft auch steigende Ausgaben gegenüberstehen, die in dem Konzept noch nicht berücksichtigt wurden.

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