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Der Belgier Peter Praet wird überraschend neuer Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB).
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Der Belgier Peter Praet wird überraschend neuer Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB).

Peter Praet wird EZB-Chefvolkswirt

Merkels Favorit unterliegt im EZB-Gerangel

  • Markus Sievers
    VonMarkus Sievers
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Überraschung in Frankfurt: Der Belgier Peter Praet wird neuer Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB). Das Direktorium der Notenbank entschied sich damit gegen die zuvor gehandelten Favoriten, zu denen auch der Deutsche Jörg Asmussen zählte.

Im deutsch-französischen Gerangel um mehr Einfluss auf die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) freut sich ein Dritter. Weder Jörg Asmussen, lange Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, noch sein Konkurrent aus dem Pariser Finanzministerium, Benoit Couere, wird Chefvolkswirt bei der EZB. Stattdessen kommt überraschend der Belgier Peter Praet als Kompromisskandidat zum Zug. Das Direktorium der Notenbank gab am Dienstag in Frankfurt diese Entscheidung bekannt.

Sowohl Deutschland als auch Frankreich hatten diesen Posten für sich beansprucht, weil der Chefvolkswirt die geldpolitischen Entscheidungen stark bestimmt. Traditionell ging das Amt an einen Deutschen. Doch seit Frankreich nach dem Ausscheiden von Jean-Claude Trichet als EZB-Präsidenten nicht mehr den EZB-Spitzenmann stellt, hatte Staatspräsident Nicolas Sarkozy Ansprüche auf den zweitwichtigsten Posten in Frankfurt geltend gemacht und war damit Berlin in die Quere gekommen.

Asmussen wird den Angaben zufolge mit umfangreichen Kompetenzen auf anderen Gebieten entschädigt. Er soll das Ressort Internationales leiten und kümmert sich damit um alles, was mit den direkten Bemühungen zur Rettung der Währungsunion zu tun hat. Beispielsweise bereitet er auch die Position vor, mit denen die EZB in Euro-Gipfel geht. Sein Konkurrent Couere soll die Abteilung Märkte übernehmen, welche die umstrittenen Staatsanleihekäufe der EZB managt. Das EZB-Direktorium besteht aus sechs Personen und steuert das Tagesgeschäft der Notenbank. Über die Verteilung der Aufgaben und den Zuschnitt der Ressorts entscheidet es selbst und nicht die Politik, die allerdings starken Einfluss ausübt. Immer wieder hatten sich die großen Staaten um die Führungsposten gerangelt.

Die wichtigen, grundlegenden Entscheidungen trifft allerdings der EZB-Rat, in dem neben den sechs Direktoren auch die Chefs der 17 nationalen Notenbanken im Euro-Raum vertreten sind. Für Deutschland ist dies Bundesbankpräsident Jens Weidmann.

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