+
Der schwäbische Unternehmer Adolf Merckle hat sich in den Kreditverhandlungen mit Banken auf zentrale Eckpunkte eines Sanierungspakets verständigt.

Kreditverhandlungen

Merckle einigt sich mit Banken

Der schwäbische Unternehmer Adolf Merckle hat sich in den Kreditverhandlungen mit Banken auf zentrale Eckpunkte eines Sanierungspakets verständigt.

Frankfurt. Der schwäbische Unternehmer Adolf Merckle hat sich in den Kreditverhandlungen mit Banken nach Angaben seiner Vermögensverwaltung VEM auf zentrale Eckpunkte eines Sanierungspakets verständigt.

"Eine grundsätzliche Einigung mit den Banken ist erzielt worden", sagte eine VEM-Sprecherin in der Nacht zum Mittwoch. Es müssten aber nun noch die Formalien geklärt werden, was wahrscheinlich noch bis in das neue Jahr dauern werde. Dann würden auch nähere Einzelheiten bekanntgegeben.

Zuvor hatten Merckle und die rund 30 Gläubigerbanken Finanzkreisen zufolge noch über Details für einen Überbrückungskredit und ein Stillhalteabkommen gerungen. In einem zweiten Schritt sollte es dann nach Weihnachten um eine generelle Umschuldung bei Merckles Firmenimperium gehen, zu dem auch der Baustoffhersteller HeidelbergCement gehört, hatten mehrere mit den Gesprächen vertraute Banker am Dienstag gesagt. Viele seiner Beteiligungen hat Merckle in VEM gebündelt.

Der schwäbische Unternehmer benötigt den Kreisen zufolge kurzfristig rund 700 Millionen Euro. Daneben wollten die Banken ihre Forderungen gegenüber Firmen des Milliardärs aussetzen. Im Gegenzug fordern sie umfangreiche Sicherheiten. So sollen die wichtigsten Beteiligungen des Unternehmers Finanzkreisen zufolge an eine Treuhandgesellschaft übergeben werden.

Auf diese Sicherheiten könnten die Banken dann zugreifen, wenn es zu Rückzahlungsschwierigkeiten komme. Hierzu gehörten etwa ein Großteil des 80-prozentigen Anteils an HeidelbergCement, der Generika-Hersteller Ratiopharm und der Pharma-Großhändler Phoenix.

Merckles Sohn Ludwig hatte unlängst einen Liquiditätsengpass bei der von ihm geleiteten VEM infolge der Finanzkrise eingeräumt. Allein durch Spekulationen mit VW-Aktien sei ein dreistelliger Millionenverlust entstanden.

Neben dem kurzfristigen Finanzbedarf plagt Merckle auch noch die milliardenschwere Schuldenlast von HeidelbergCement. Hier fordern die Kreditgeber frisches Kapital, was eine Umschuldung nötig macht. (rtr)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare