Pharmaunternehmen

Merck will zulegen

Versum-Übernahme treibt die Darmstädter an.

Merck setzt sich angesichts der Übernahme des US-Halbleiterzulieferers Versum und guter Geschäfte höhere Ziele. Im dritten Quartal profitierte der Dax-Konzern erneut von Zuwächsen bei Arzneien und Laborbedarf, zugleich beschert der Milliarden-Zukauf von Versum den Darmstädtern Rückenwind.

Merck erwartet nun 2019 einen Umsatz von 15,7 Milliarden bis 16,3 Milliarden Euro – rund 400 Millionen mehr als bisher angepeilt, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der Betriebsgewinn soll ebenfalls zulegen, wenn auch nicht ganz so stark.

Merck will mit der 5,8 Milliarden Euro schweren Versum-Übernahme zum führenden Anbieter der Halbleiter- und Displayindustrie aufsteigen. Angesichts der Digitalisierung mit immer leistungsfähigeren Smart-phones, Fernsehern und vernetzten Fabriken in der Industrie sieht der Konzern hier Wachstumschancen. Der Zukauf von Versum ist für Merck auch wichtig, weil die Darmstädter im wichtigen Geschäft mit Flüssigkristallen etwa für Smartphones und Displays Boden an die chinesische Konkurrenz verlieren.

Für das laufende Jahr erwartet Merck durch die Versum-Übernahme zusätzliche Umsätze von 270 Millionen Euro, zum erwarteten Betriebsgewinn von bis zu 4,43 Milliarden Euro soll der amerikanische Hersteller von Spezialmaterialien und -geräten für die Chip-Produktion 80 bis 90 Millionen Euro beitragen.

„Im dritten Quartal haben wir unsere Strategie weiter diszipliniert umgesetzt“, sagte Merck-Chef Stefan Oschmann. Nun liege der Fokus darauf, die Schulden von 7,3 Milliarden Euro rasch zu senken, ergänzte Finanzvorstand Marcus Kuhnert.

Im Tagesgeschäft konnte sich Merck derweil auf sein Geschäft mit Arzneien und Laborbedarf verlassen. Die Konzernerlöse stiegen auch dank positiver Währungseffekte um 8,1 Prozent auf gut vier Milliarden Euro. Der Konzerngewinn stieg leicht um 0,8 Prozent auf 343 Millionen Euro. (dpa)

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