GfK-Studie

Mehrwertsteuersenkung belebt Konsum

  • Thomas Magenheim-Hörmann
    vonThomas Magenheim-Hörmann
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Die Verbraucher in Deutschland überwinden den Corona-Schock. Doch hält diese Entwicklung an?

Bei deutschen Verbrauchern kehrt die Kauflaune zurück. Auf den scharfen Einbruch der Konsumstimmung nach dem Pandemieausbruch folgt nun eine rasche Erholung. Das signalisiert der Konsumklimaindex der Marktforscher von GfK in Nürnberg. Für den August sagen sie nach ihrer monatlichen Konsumentenbefragung einen Indexwert von minus 0,3 voraus. Das ist mit einem Plus von rund neun Zählern die dritte Erholung in Folge und nach dem Tiefpunkt im April eine Erholung von fast 23 Punkten, was eine V-förmige Entwicklung signalisiert.

„Zum positiven Verlauf trägt sicherlich die Reduzierung der Mehrwertsteuer bei“, erklärt GfK-Experte Rolf Bürkl. Zugleich spricht er aber von Vorzieheffekten und einer möglichen Eintrübung der Kauflaune bereits wieder Anfang nächsten Jahres.

Denn dann wird die Mehrwertsteuer nach bisherigen Plänen auf ihr altes Niveau gesetzt. Verbraucher würden deshalb jetzt größere Anschaffungen planen, wo die reduzierte Steuer besonders zum Tragen kommt, sagt Bürkl. „Ob das einen nachhaltigen Effekt hat, darf bezweifelt werden“, betont er und ist damit nicht allein.

Vorgezogene Käufe

Auch das Münchner Ifo-Institut hat jüngst eine solche Entwicklung vorausgesagt. Die temporäre Mehrwertsteuersenkung sei deshalb ein weniger überzeugendes Element des jüngsten Konjunkturpakets. Es koste den Staat insgesamt 88 Milliarden Euro, von denen aber nur rund 30 Milliarden Euro als Wachstumsimpuls wirksam würden.

Der Effekt der Mehrwertsteuersenkung ist dabei nicht nur vorübergehend. Er kommt auch nicht immer beim Kunden an, weil einige Händler ihn stillschweigend nicht an sie weitergeben. Bei großen und teueren Anschaffungen ist das aber für Verbraucher leichter überprüfbar. Auch das erklärt das von GfK beobachtete Strohfeuer. Andererseits haben die Konjunkturforscher schon kurz vor Inkrafttreten der Mehrwertsteuersenkung in deutschen Einkaufsetagen eine Rückkehr zum Besucheraufkommen vor Pandemieausbruch festgestellt.

Dennoch herrscht unter Experten Skepsis hinsichtlich eines Anhaltens der Konsumlaune. Sie blicken auf das Jahr 2007 zurück. Als damals die Mehrwertsteuer erhöht wurde, sei im Vorfeld die Anschaffungsneigung gestiegen und es kam zu vorgezogenen Käufen, erinnert die GfK. Mit Inkrafttreten des neuen Steuerniveaus sei die Konsumlaune dann wieder auf das ursprüngliche Niveau gefallen.

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