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Die Pandemie lässt den Onlinehandel florieren: Amazon profitiert massiv davon.

Amazon & Co.

Mehr Schutz für Kunden geplant

  • vonStefan Winter
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Produktbewertungen im Netz sollen transparenter werden.

Falsche Produktbewertungen im Netz haben längst auch Behörden auf den Plan gerufen. So untersucht das Bundeskartellamt den Markt und die EU-Kommission hat im vergangenen Herbst den „New Deal for Consumers“ auf den Weg gebracht – ein großes Paket für den Schutz von Verbrauchern im Internet. Bevor daraus nationale Gesetze werden, kann es noch Jahre dauern. Bis dahin werden Gerichte im Einzelfall entscheiden, wo persönliche Empfehlung aufhört und kommerzielle Werbung anfängt.

„Nutzerbewertungen sind neben dem Preis das wichtigste Entscheidungskriterium für Verbraucher beim Onlinekauf“, sagt Kartellamtschef Andreas Mundt. Seine Behörde hat gerade eine sogenannte Sektoruntersuchung der Bewertungsportale abgeschlossen. Die Ergebnisse zeigten vor allem eins, sagt Mundt: „Portale und Plattformen müssen für die von ihnen dargestellten Bewertungen deutlich mehr Verantwortung übernehmen.“ Die internen Kontrollen seien sehr unterschiedlich. „Nur einzelne Portale setzen spezifische Filter zur Identifizierung von gefälschten Bewertungen ein und sanktionieren diese auch systematisch“, heißt es beim Kartellamt. Oft sei auch „die Abgabe einer positiven Bewertung für den Nutzer technisch deutlich einfacher zu bewerkstelligen als eine negative Bewertung“.

Die Behörde fordert, Portale für gefälschte Bewertungen in die Pflicht zu nehmen. Wurde das bewertete Produkt kostenlos überlassen, müsse das gekennzeichnet werden.

Die EU-Kommission ist in der gleichen Richtung unterwegs und hat im vergangenen Herbst einen Gesetzesplan verabschiedet, zu dem auch der Schutz vor Fake-Bewertungen gehört. Nutzer müssten sich darauf verlassen können, dass Bewertungen von echten Kunden stammten, die keine Gegenleistung dafür erhielten.

Demnach müssten Portalbetreiber künftig Bewertungen auf deren Echtheit überprüfen. Außerdem würde es unter Strafe gestellt, gefälschte Bewertungen abzugeben oder andere damit zu beauftragen. Die Bundesregierung unterstützt den „New Deal for Consumers“, hat ihn bisher aber noch nicht in ein nationales Gesetz umgesetzt. Dafür haben die EU-Mitgliedsstaaten zwei Jahre Zeit – maximal also bis zum Herbst 2021.

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