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Zug zur Bahn: Gut eine Million mehr Fernreisende registrierte die Bahn im Januar im Vergleich zu Vorjahresmonat.

Deutsche Bahn

Mehr Passagiere im Fernverkehr

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Zu Jahresbeginn hat die Bundesregierung die Mehrwertsteuer auf Tickets reduziert. Die zusätzliche Nachfrageübertrifft die Erwartungen der Bahn schon im Januar bei Weitem.

Immer mehr Menschen nutzen den Fernverkehr der Deutschen Bahn – nach Konzernangaben gab es nach der Mehrwertsteuersenkung zu Jahresbeginn gut eine Million mehr Reisende. „In den ersten vier Wochen 2020 stieg die Zahl der Reisenden von 11 auf 12,2 Millionen, also um 10,7 Prozent im Vergleich zum Januar des Vorjahres“, sagte Bahnchef Richard Lutz dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

„Das ist zum einen das Ergebnis der Mehrwertsteuersenkung auf Fernverkehrsfahrkarten. Zum anderen spüren die Reisenden, dass wir massiv in mehr Züge und mehr Personal investieren.“ Die Bahn sei offensichtlich für immer mehr Reisende eine komfortable, klimafreundliche Alternative zu Auto und Flugzeug.

Bahnchef Lutz: Schritt für Schritt mehr Kapazitäten

Lutz sagte, Bahnfahren sei viel preisgünstiger als manche denken. Mit Bahncard-Rabatt liege beispielsweise der Einstiegspreis im Fernverkehr nach der Steuersenkung nur noch bei 13,40 Euro. Dies sei „der niedrigste reguläre Preis seit der Bahnreform“, so Lutz weiter.

Die Bundesregierung hatte im Rahmen ihres Klimapaketes beschlossen, den Mehrwertsteuersatz auf Fahrkarten für ICEs und ICs zum Jahreswechsel zum Jahreswechsel von 19 auf 7 Prozent reduziert. Ab Februar gilt der ermäßigte Steuersatz auch für Bahncards.

Der Bahnchef sagte, nachdem sich das Unternehmen im vergangenen Jahr eine Menge vorgenommen habe, seien nun erste Erfolge für die Kunden spürbar. „Besonders freut uns, dass wir seit Anfang des Jahres eine Nachfrage erleben, die unsere Erwartungen übertrifft“, so der Spitzenmanager. 2018 war die Bahn noch davon ausgegangen, dass eine Mehrwertsteuersenkung auf ein Jahr gerechnet fünf Millionen zusätzliche Fahrgäste im Fernverkehr bringen könnte.

Mit einer Pünktlichkeit im Fernverkehr von 84,3 Prozent im Januar sei die Bahn gut ins Jahr gestartet, so Bahnchef Lutz gegenüber dem RND. Dies sei der beste Januarwert seit 2014.

Gründe für den zuverlässigeren Schienenverkehr sind nach Angaben der Bahn das milde Wetter und der stabile Betrieb neuer Fahrzeuge. In kalten, schneereichen Wintern hatte die Bahn zuletzt häufig Probleme mit eingefrorenen Weichen und umgestürzten Bäumen. Die Bahn-Definition von Pünktlichkeit ist aber umstritten. Ein Zug gilt bei einer Verspätung von bis zu sechs Minuten für den Staatskonzern noch als pünktlich. Kritiker bemängeln zudem, dass nur Züge in die Statistik eingehen, die überhaupt ihren Zielbahnhof erreichen. Fällt eine Bahn unterwegs aus, so wird sie einfach nicht mitgezählt.

Aus Sicht der Konzernspitze sind die wachsenden Reisendenzahlen eine große Herausforderung. Für eine Verkehrswende sei es „unverzichtbar, die Eisenbahn in Deutschland neu zu dimensionieren“, so der Bahnchef. Die geplanten Milliardeninvestitionen seien eine Generationenaufgabe: „Mehr Kapazität ist dabei das entscheidende Thema für unsere Infrastruktur, aber nur Schritt für Schritt zu erreichen.“

Die Infrastruktur, so Lutz, sei der Schlüssel für Wachstum und Verkehrsverlagerung sowie eine gute Betriebsqualität und hohe Pünktlichkeit: „Wir machen auch 2020 weiter mit unserer Ausbau- und Investitionsoffensive. Diese gelingt nur durch den enormen Rückenwind, den wir auch von der Bundesregierung für eine starke Schiene bekommen.“

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